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Neues aus dem braunen Sumpf in Baden-Württemberg

Stuttgart (Korrespondenz), 19.10.12: Wie erst jetzt bekannt wurde, war ein V-Mann des baden-württembergischen Geheimdienstes namens "Verfassungsschutz" seit Oktober 2000 Anführer des deutschen Ablegers des faschistisch-rassistischen US-Geheimbunds Ku Klux Klan. Kurz nach der Gründung dieser bizarren deutschen Sektion stieg der V-Mann als "Grand Dragon" (Großer Drachen) zu einem führenden Mitglied des Ku Klux Klan auf.

Diese Vereinigung mit zeitweise besten Verbindungen zum Obersten Gerichtshof in den USA verfolgt seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert blutig Schwarze, Juden und Katholiken in den Südstaaten der USA. Seit 1995 wurden von ihr beispielsweise mehr als 180 Kirchen schwarzer Gemeinden in Brand gesteckt.

Wie jetzt der baden-württembergische Innenminister Gall (SPD) dem Innenausschuss des Landtags berichtete, wird ein Beamter des Landesamtes für Verfassungsschutz verdächtigt, "anonym vertrauliche Informationen" an den Anführer des deutschen Arms des Ku Klux Klan weitergeleitet zu haben. Unter anderem wurde ein Mitglied in Schwäbisch Hall gewarnt, sein Telefon werde vom Nachrichtendienst abgehört.

Schon seit geraumer Zeit sei der Beamte allerdings in eine andere Behörde versetzt worden, heißt es weiter. Alles in Ordnung also? Bestimmt nicht! Erneut zeigen sich Verbindungen zwischen "Verfassungsschützern" und faschistischen Organisationen. Ein solcher "Verfassungsschutz" gehört aufgelöst.