Politik

Coburg: Breites Bündnis stellt sich "quer" gegen faschistischen Aufmarsch

Sonneberg (Korrespondenz), 24.10.12: "Coburg ist bunt - Coburg stellt sich quer" - unter diesem Motto hatte ein breites Bündnis von evangelischer Kirche, Cara (Bündnis gegen Rechts), Attac, Linkspartei, Piratenpartei, türkischen Organisationen, SPD, CDU, Grüne, DGB, Verdi usw. in Coburg zu einem Fest und Protest am 20. Oktober gegen den genehmigten Naziaufmarsch aufgerufen. Vor 90 Jahren wurde aus Anlass des Besuches von Hitler in Coburg ein Aufmarsch der Nazis durchgeführt, der damit endete, dass in Coburg brutal gewütet, zusammengeschlagen, verprügelt und verhaftet wurde.

In Anlehnung daran hatte NPD und "Junge Nationaldemokraten" sowie ein "Bürgerbündnis" aus Hildburghausen eine Demo für den 20. Oktober angemeldet, um dort wider ihre menschenverachtendes Gedankengut unter der Bevölkerung zu verbreiten. Die Anmeldung einer Gegenveranstaltung zeigt jedoch, die Bevölkerung hat nicht vergessen. Sie wollen sich gemeinsam der brauen Brut entgegen stellen. Dem Aufruf des Bündnisses folgten am Samstag ca. 1.000 Coburger, länderübergreifend antifaschistische Initiativen aus Thüringen, die Linkspartei aus Sonneberg, die MLPD und Rebellen.

Wie selbstverständlich konnten wir kurzfristig einen Stand aufbauen. Auch von Ausgrenzung war nichts zu spüren. Wir von der MLPD Sonneberg nahmen mit Rebellen und Genossen aus Nürnberg teil. Hauptsächlich protestierten wir gegen den Naziaufmarsch mit Sandwichs, Verbotsanträgen und Großtransparent, nutzten aber auch die Anwesenheit zur Sammlung von Unterschriften zur Wahlzulassung sowie für das "Manifest" und konnten einige Grundsatzliteratur verkaufen sowie Einladungen für die Großveranstaltung verteilen. Unsere Sandwichs mit der Aufschrift "Verbot aller faschistischen Parteien und Organisationen" kamen sehr gut an. Die Gespräche, die wir führten, waren in der Regel grundsätzlicher Art.

Allerdings sorgte das Sondereinsatzkommando dafür, dass die Nazis freien Lauf hatten, die Blockade wurde eingekesselt. Die Blockade war umringt von 200 bis 300 Bürgern, die ihre Solidarität mit den Eingekesselten so zum Ausdruck brachten. Hier gab es ein offenes Mikrofon, was von uns genutzt wurde, um gegen die Sauerei der Polizei zu protestieren und die Machenschaften des Verfassungsschutzes aufzudecken ... Wir konnten mehrere Redebeiträge halten, die unter der Bevölkerung großen Zuspruch fanden.