Politik

GEW-Mitglieder positionieren sich gegen Antikommunismus

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 25.10.12: Mit seiner richtungsweisenden Resolution gegen Berufsverbote von Lehrern und Unvereinbarkeitsbeschlüsse in den Gewerkschaften hat der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegen den Antikommunismus Stellung bezogen. Das wird von GEW-Mitgliedern positiv aufgegriffen. So war Anfang Oktober in der Oberhausener Presse eine Erklärung zu lesen, in der der GEW-Stadtverband sich mit einer engagierten linken Lehrerin solidarisiert und "die Angriffe auf die Meinungsfreiheit politisch Andersdenkender mit Entschiedenheit zurückweist".

Die Kollegin war mit anonymen antikommunistischen E-Mails an Schulleitung und die Presse wochenlang verleumdet worden. Gegen diese "hinterlistige Diffamierungskampagne" erklärt der Vorstand der GEW Oberhausen einstimmig sein Befremden und stellt fest, dass die anonymen Vorwürfe gegenstandslos sind und die Lehrerin engagiert und beliebt ist.

In der bundesweiten Zeitschrift der GEW "Erziehung und Wissenschaft" 10/2012 finden sich mehrere Leserbriefe, in denen sich Leser für die kritische Auseinandersetzung der GEW mit dem antikommunistischen Kampfbegriff des "Linksextremismus" bedanken. Ein Leser schreibt: "Extremismus ist einer der vielen antikommunistischen Kampfbegriffe. Hauptzweck ist, Kommunismus und Faschismus in einen Topf zu werfen. Doch nicht, um beide Weltanschauungen gleichermaßen zu bekämpfen, sondern um einen primitiven Antikommunimus zu legitimieren. Seit 1990 haben die Neonazis etwa 180 Menschen umgebracht und tausenden weiteren Menschen schwerste Verletzungen zu gefügt. ... Keiner der rechtsextremen Mörder ist zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden."