Betrieb und Gewerkschaft

Opelaner stinksauer über Drohkulisse der Geschäftsleitung

26.10.12 - Bei den Verhandlungen zwischen IG-Metall-Vertretern und der Opel-Geschäftsleitung ist bis jetzt kein Ergebnis erzielt worden. Die IG Metall hatte der GM-Tochter ein Ultimatum bis zum heutigen Freitag gestellt. Bei den Verhandlungen geht es sowohl um die Zukunft der Opel-Werke in Deutschland als auch um die Auszahlung der bis Ende Oktober gestundeten Auszahlung der ausgehandelten Lohnerhöhung über 4,3 Prozent. Morgen soll die Bochumer Belegschaft über den Stand informiert werden.

Am Opel-Tor äußerten sich heute Kollegen gegenüber "rf-news" stinksauer über die Geschäftsleitung. "Wir wollen nicht dauerhaft auf der Abschussliste stehen", meinte ein Kollege. Die Stimmung, gegen die Konzernpläne den Kampf aufzunehmen, wächst. Ein Kollege gab zu bedenken, dass ein Kampf um die Arbeitsplätze "dieses Mal schwieriger" sein werde als 2004. Es gab auch Stimmen wie: "Habt ihr die Bilder von der Blockade bei Ford in Genk gesehen. Dann habt ihr einen Vorgeschmack darauf, was bei uns los sein wird, wenn sie das Werk stilllegen wollen."

In der letzten Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, "Der Blitz", heißt es in einem Artikel dazu unter anderem: "Ende Oktober stehen wichtige Entscheidungen an. Am 26.10. soll es ein Ergebnis der Verhandlungen geben, Anfang November sollen die Belegschaften abstimmen. Ausschlaggebend wird aber nicht das Verhandlungsergebnis sein - was kann dabei schon raus kommen außer ein neuer Erpressungsversuch? GM/Opel will noch mehr Geld von uns, aber der Schließungsbeschluss von Bochum und die Streichung der Nachtschicht in Eisenach stehen. Entscheidend für unsere Zukunft wird sein, dass wir als Belegschaft diese Tage der Entscheidung nutzen, um den Kampf für unsere Forderungen weiter zu führen:
- Auszahlung der 4,3 Prozent, wie vereinbart im Oktober - nicht irgendwann oder gar nicht!
- Kampf um jeden Arbeitsplatz - das sind wir unseren Kindern schuldig!"
(hier der gesamte Text des Artikels)

"rf-news" wird weiter über die Auseinandersetzung bei Opel berichten. Die folgende Solidaritätserklärung schickte die Bochumer Betriebsratsgruppe "Offensiv" umgehend an die Ford-Belegschaft in Genk.