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Sofortige Freilassung der Streikführer in Südafrika!

Marl (Korrespondenz), 27.10.12: Die Streikführer Zamikhaya Ndude, Sithembele Sohadi, Loyiso Mtsheketshe und Anele Kola wurden am 23. Oktober nach ihrer Aussage vor der Farlam-Kommission, die das Massaker von Marikana untersucht, verhaftet. In einer Stellungnahme erklärte Mosikili, der zum Team gehört, das die Angehörigen der 275 verhafteten und verletzten Bergarbeiter vertritt: "Scheinbar wurden die Verhafteten ausgewählt, weil sie uns vor der Kommission unterstützten."

In einem Brief der Anwälte wird berichtet, dass es "zahlreiche Fälle" gab, in denen die Polizei "stark überzogene Gewalt gegen die Einwohner von Marikana angewandt" hat: "In den letzten paar Tagen wurden wichtige Zeugen, arme Bergarbeiter, die in schäbigen Hütten leben und oft nicht lesen und schreiben können, verhaftet und von der südafrikanischen Polizei eingeschüchtert."

Die Verhaftung der vier Streikführer am Dienstag war der Höhepunkt dieser Einschüchterungskampagne. Über die Verhaftung berichten die Anwälte, dass daran schätzungsweise 30 bis 40 Polizisten in einem gepanzerten Fahrzeuge, Vans und unmarkierten Fahrzeugen beteiligt waren. In dem Brief heißt es weiter: "Die Gruppe wurde von der Polizei mit Pistolen und Gewehren gezwungen, auszusteigen, sich mit dem Gesicht in den Dreck zu legen. Ihnen wurden Stiefel in die Nacken gelegt. Die Polizei schlug Mitglieder der Gruppe und drohte, sie zu erschießen, wenn sie nach oben schauten. Ein Mitglied der Gruppe wurde gewarnt: 'Ich schieß dir den Kopf weg!'"

Die Streikführer wurden von der Polizei als "die, die wir suchen" bezeichnet. Der Sprecher der Polizei der Nordwestprovinz, Brigadier Thulani Ngubane, behauptete, die vier seien wegen vier mysteriöser Morde an Bergarbeitern seit dem Massaker am 16. August verhaftet worden. Er erklärte, sie seien bei einer Routinekontrolle verhaftet worden. Weiter sagte er: "Diese Kriminellen sind Eigentum des Staates."

Rechtsanwälte von Familien, der bei dem Massaker ermordeten Bergarbeiter, fordern ihre sofortige Freilassung. Sie könnten "nicht länger mit gutem Gewissen die Kommission oder ihre Parteien mit Informationen über die Identität möglicher Zeugen versorgen, die Informationen und Aussagen machen könnten, die für die Polizei nachteilhaft sind".