Betrieb und Gewerkschaft

Solidaritätsbesuch bei den Kollegen von Bombardier Transportation in Aachen

Solidaritätsbesuch bei den Kollegen von Bombardier Transportation in Aachen

Krefeld (Korrespondenz), 23.10.12: Bombardier Transportation, einer der weltgrößten Schienenfahrzeughersteller, will das Werk Aachen schließen. 600 Kolleginnen und Kollegen bauen hier Straßenbahnen und Nahverkehrszüge. Die IG Metall Aachen hat am Tor eine Mahnwache aufgebaut und zur Solidarität aufgerufen.

Gestern besuchte eine Delegation der MLPD-Betriebsgruppe von Siemens Mobility Krefeld, dem "Konkurrenzbetrieb", die Aachener Kollegen, überbrachte solidarische Grüße und diskutierte mit ihnen, wie der Kampf um jeden Arbeitsplatz geführt werden kann. Die Aachener freuten sich sehr über die nicht unbedingt erwartete Solidarität aus Krefeld. Ihre Wut über die Bombardier-Manager ist groß. Unserer Meinung nach ist die beste Solidarität mit ihnen eine kameradschaftliche Auseinandersetzung, wie der Kampf geführt werden kann.

In der Solidaritätserklärung heißt es unter anderem: "Liebe Kolleginnen und Kollegen! ... Wir möchten Euch solidarische Grüße vieler Kollegen übermitteln, die Euren Kampf um jeden Arbeitsplatz von ganzem Herzen unterstützen! Wir wollen nicht verschweigen, dass es auch im Krefelder Werk Kräfte gibt, die sagen: 'Besser, es trifft die von Bombardier, als uns. Umso besser für unsere Arbeitsplätze.' Wir sagen: so ein kleinkariertes Standortdenken ist eine Sackgasse für uns Arbeiter und Angestellte. Gerade jetzt, wo wir vor einem neuen Abschwung in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise stehen, ist Zusammenhalt, Zusammenarbeit über Betriebs-, Konzern- und Ländergrenzen hinweg Trumpf! ...

Auch Siemens will 10.000 Arbeitsplätze im Konzern abbauen. Überarbeitung der einen und Arbeitslosigkeit der anderen – diese Alternative hat der Kapitalismus für uns parat. Es ist an der Zeit, sich über eine gesellschaftliche Alternative Gedanken zu machen, in der die große Mehrheit der Bevölkerung das Sagen hat und nicht eine winzige Minderheit von Großaktionären. Echter Sozialismus ist machbar, wenn wir uns weltweit zusammenschließen. ...

Solange produziert wird, solange Aufträge abgearbeitet werden, habt ihr mit einem Streik für den Erhalt aller Arbeitsplätze – nicht nur eines geschrumpften Rest-Standortes - ein starkes Faustpfand. ... Wir von der MLPD werden in Betrieben und Gewerkschaft die Unterstützung mit organisieren, und euch gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Glückauf!"