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Uranwaffen - imperialistische Kriegsverbrechen gefährden Millionen Menschen

23.10.12 - Seit den 1970er Jahren setzen NATO-Truppen, vor allem aus den USA und Großbritannien, aber auch die russischen Imperialisten, auf verbrecherische Art und Weise Uranmunition bei Kampfhandlungen und imperialistischen Kriegen ein. Die gegen gepanzerte Ziele entwickelte Munition (abgereichertes Uran, U 238) wurde unter anderem beim Nato-Überfall auf Jugoslawien, dem Irak-Krieg 1991, in Afghanistan und Tschetschenien eingesetzt. Geschätzte 2.000 Tonnen beim imperialistischen Überfall auf den Irak 2003. Die Munition wird aus abgebrannten Brennstäben der Kernkraftwerke hergestellt.

Im letzten Irak-Krieg wurde die Munition auch in stark besiedelten Gebieten wie den Städten Basra, Falludscha oder Bagdad eingesetzt. Ebenso beim Nato-Überfall auf Libyen. Der Einsatz von Uranmunition hat katastrophale Folgen für die betroffenen Menschen, wie auch die eingesetzten Soldaten. Ganze Regionen sind radioaktiv verseucht. Durch seine Dichte, die um 70 Prozent höher liegt als die von Blei, verleiht das Uran dem Geschoss ein hohes Gewicht und damit eine enorme Durchschlagskraft.

Zusätzlich zum hohen Gewicht haben die Geschosse eine weitere Tod bringende Eigenschaft: Beim Aufprall wird der Großteil der Bewegungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Die Uranteilchen verglühen bei 5.000 Grad Celsius. Alles ringsherum verglüht oder explodiert. Dabei werden strahlende Nanopartikel (Alphastrahler) freigesetzt, die Land und Grundwasser verseuchen. Es entwickelt sich unsichtbarer, radioaktiver und chemisch giftiger Metallrauch. Diese Nanopartikelchen werden eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen, sie können im menschlichen und tierischen Körper überall hin wandern: in alle Organe, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen.

Schon 1997 wurde bei fünf von 25 amerikanischen Veteranen, die seit dem Golfkrieg 1991 Uranfragmente im Körper haben, abgereichertes Uran 238 im Sperma festgestellt, mit allen schrecklichen Folgen von genetischen Defekten und Missbildungen, so wie es es auch nach den Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und nach der Tschernobyl - Katastrophe auftrat. Laut einer Studie der britischen Atomenergiebehörde von 1992 wird mit bis zu 500.000 Nachfolge-Todesopfern pro 40 Tonnen der 1991 eingesetzten Uranmunition im Irak durch radioaktive Verseuchung gerechnet.

Hochgerechnet bei den 2000 Tonnen, die 2003 im Irak eingesetzt wurden, könnten 25 Millionen Menschen in den Folgejahren und Jahrzehnten durch die Auswirkungen des Einsatzes der Uranmunition sterben. Abgereichertes Uran hat eine extrem lange Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren, ein strahlendes, giftiges Erbe für Generationen und die ganze Menschheit. Im Irak gibt es nach neueren Studien einen dramatischen Anstieg von Fehlgeburten und schweren Erkrankungen.

In der zweimal bombardierten Stadt Falludscha ist heute jedes zweite Neugeborene missgebildet. Auf Anfrage der "Linkspartei" 2008 im Bundestag, ob die Regierung über den Einsatz von Uranmunition informiert ist, antwortete der damalige Staatsminister Gernot Erler (SPD): "Der Bundesregierung liegen keine eigenen Erkenntnisse zu möglichen Einsatzorten bzw. -zeiten von Munition mit abgereichertem Uran in Afghanistan seit 2001 vor" und: "Der Bundesregierung wird ein Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran nicht angezeigt. Eine Informationspflicht hierzu besteht nicht."

Ärzte, Wissenschaftler und Militärs, die auf die tödlichen Gefahren der Uran-Munition hinweisen, werden zum Schweigen verpflichtet, denunziert, bedroht, oder Opfer von Mordanschlägen. Dennoch haben Wissenschaftler unter Einsatz ihres Lebens daran gearbeitet, diese Verbrechen der Imperialisten aufzudecken. Wie der dabei an Krebs erkrankte deutsche Tropenarzt und Epidemiologe Prof. Dr. Günther, der Munitionsproben im Irak an sich nahm. Er berichtet darüber in mehreren Büchern und arbeitete an dem Film von Frieder Wagner "Deadly Dust" mit, der die Kriegsverbrechen öffentlich machte.

Am 2. Dezember 2008 lag der UNO-Vollversammlung ein Antrag auf Ächtung von Uranwaffen vor. 141 Nationen forderten, gestützt auf die internationale Rechtslage, die Herstellung, Verbreitung und Anwendung von Uranmunition und Uranwaffen künftig zu verbieten. Nur die Atommächte Frankreich, Großbritannien, Israel und die USA votierten dagegen; Russland enthielt sich der Stimme und China blieb der Abstimmung fern. Lediglich Belgien hat als erstes Land 2007 ein Verbot beschlossen. Die weltweite Ächtung und Vernichtung aller Uran-Waffen ist Bestandteil der Kampagne zum Verbot von Atomkraft und atomaren Waffen, wie sie von der ICOR international durchgeführt wird.