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Schulterschluss zwischen streikenden Belegschaften in den USA und Frankreich

Heilbronn (Korrespondenz), 05.11.12: Die 170 Beschäftigten des Autozulieferers Sensata (Sensoren-Entwicklung und -Herstellung) in Freeport, Illinois (USA) sollen Ende 2012 ihren Job verlieren. Die Produktion soll nach China verlagert werden. Teilweise sind die Leute langjährig Beschäftigte, bis zu 30 Jahren! Die Arbeiter sammelten 35.000 Unterschriften, ohne Erfolg. Seit 12. September streiken sie. Sie haben eine Zeltstadt vor dem Werk errichtet und blockieren die Straße auf unbestimmte Zeit. Drei Streikende wurden bereits per Handschellen von der Polizei festgenommen, weil sie Lkw's blockiert haben.

Sie verlangen, dass Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kommt und Stellung nimmt, der früher Miteigentümer von Bain Capital war, des Finanzunternehmens, zu dem Sensata gehört. Die Firma war verkauft worden und soll jetzt verlagert werden. In einem Internet-Video spricht ein Gewerkschafter zu den Streikenden: "Wir haben 50.000 Fabriken in den letzten zehn Jahren verloren! ... Ihr gebt mit eurem Streik ein Signal an die ganze USA: wacht auf! ... Euer Mut wird in die Geschichte der Arbeiterbewegung eingehen ... Volle Solidarität! Gebt den Kampf nicht auf!"

Anfang Oktober erhielt die Zeltstadt Unterstützung aus Frankreich von  Arbeiterinnen von Samsonite. Auch sie kämpfen um ihre Arbeitsplätze, die nach China verlagert werden. Auch ihr Betrieb gehörte Bain Capital, bevor er verkauft wurde. "Wir sind glücklich, hier einen Tag mit den Arbeitern in Freeport gemeinsam zu kämpfen", sagten sie, und an die Streikenden gerichtet: "Ihr dürft das Material auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Wenn ihr eure Maschinen verliert, könnt ihr nichts mehr ausrichten."