International

Solidarität mit den 10.000 Hungerstreikenden in türkischen Gefängnissen

06.11.12 - 23 kurdische und türkische Migrantenorganisationen haben heute einen aktuellen Aufruf "Für eine dringende Lösung" zur Solidarität mit Hungerstreikenden politischen Gefangenen in der Türkei veröffentlicht. Die Zahl derjenigen Gefangenen, die in den türkischen Gefängnissen an dem Hungerstreik teilnehmen, ist inzwischen auf über 10.000 angewachsen. Wir dokumentieren den Aufruf:

"Wir, die unten genannten Glaubensgemeinschaften und demokratischen Migrantenorganisationen mit türkischen, kurdischen, arabischen und anderweitigen ethnisch-kulturellen Hintergründen, wollen unsere tiefe Beunruhigung im Zusammenhang mit dem in den Gefängnissen der Türkei begonnenen - und nunmehr seit 55 Tagen andauernden - unbefristeten Hungerstreik, mit der Öffentlichkeit teilen.

Der von kurdischen Gefangenen begonnene Hungerstreik mit den Forderungen einer Bildung und dem Recht auf Selbstverteidigung in der eigenen Muttersprache, sowie der Aufhebung der Isolationsbedingungen von Abdullah Öcalan, hat die AKP-Regierung aufgrund ihrer destruktiven Vorgehensweise in eine Krise gestürzt und den Tod der Hungerstreikenden in unmittelbare Nähe gerückt.

In 68 Gefängnissen stehen über 700 Häftlinge der Todesgefahr direkt gegenüber. Die Regierung macht den Anschein, dagegen vorzugehen, statt das Problem mit einem konstruktiven Dialog zu lösen. Es muss klar sein, dass dies große Probleme verursachen kann und dass die AKP-Regierung sowie Ministerpräsident Erdogan für die auftretenden Todesfälle verantwortlich sind.

Als eine vereinigte Plattform, bestehend aus demokratischen Massenorganisationen in Europa, appellieren wir an die internationale demokratische Gemeinschaft, sich für eine dringende Lösung, die den Forderungen der Gefangenen nachkommt, einzusetzen.
Gleichzeitig rufen wir auch alle in Europa lebenden, aus verschiedenen Nationen stammenden Migranten auf, sich mit lokalen Hungerstreikenden zu solidarisieren und ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden."