Betrieb und Gewerkschaft

Reutlingen: Gewerkschafter treten für einen kämpferischen 14. November ein

Reutlingen (Korrespondenz), 13.11.12: Am 23. Oktober kam Berthold Huber, der erste Vorsitzende der IG Metall, nach Reutlingen zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Europa - Nutzgemeinschaft für Banken oder Schutzgemeinschaft für Menschen?" Es folgten nicht so viele der Einladung.

Nach einer kurzen Einführung hat sofort ein IGM-Vertrauenskörperleiter gefragt, warum die IG Metall so wenig zur Solidarität mit den griechischen Kollegen macht. Er forderte Huber auf, am 14. November den Aufruf zum Streiktag des Europäischen Gewerkschaftsbunds zu nutzen.

Huber sprach sich dagegen aus, mit folgenden haarsträubenden Begründungen:
1. "Wir wurden nicht gefragt"
2. Sinngemäß: "Machen da viele mit?" - Wenn die IGM aufrufe, dürfe sie sich "nicht blamieren"
3. Die Gewerkschaften in Europa (vor allem in Südeuropa) seien schwach, sie würden alle Mitglieder verlieren außer der IG Metall. Zum Teil seien nur 5 Prozent gewerkschaftlich organisiert.

Da gingen aber die Tassen hoch. Mehrere Kollegen haben Huber aufgefordert, nicht nur zur Solidarität, sondern auch im Interesse der deutschen Beschäftigten gemeinsam zu kämpfen. Schließlich wurden der Niedriglohnsektor oder die "Rente mit 67" zuerst in Deutschland durchgesetzt und dann von Merkel exportiert. Worauf er am Schluss zugestehen musste, wer in den Betrieben/Ortsverwaltung am 14. November was machen will, kann dies tun.