Politik

SPD als "Retter" der Frankfurter Rundschau

Rüsselsheim (Korrespondenz), 16.11.12: Das "Medienhaus M. Dumont-Schauberg MDS" übernahm erst im Jahre 2006 mit 50 Prozent plus einer Stimme Mehrheit die Verfügungsgewalt über das "Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH", in dem die "Frankfurter Rundschau" (FR) erscheint. Vorangegangen waren seit Anfang 2000 erhebliche Einbrüche bei den Anzeigeneinnahmen. Es wurden damals mehrere hundert Arbeitsplätze vernichtet. Das "Druck- und Verlagshaus Frankfurt" wirtschaftete damals als Stiftung. Die "Karl-Gerold-Stiftung" (benannt nach dem ersten Herausgeber nach dem II. Weltkrieg) suchte damals dringend Investoren.

Anfang 2004 stieg die "DDVG" ein und übernahm mit 90 Prozent Anteil die Mehrheit. Die "DDVG" ist die Medienholding der SPD mit Beteiligungen an privaten Rundfunksendern vor allem in Rheinland-Pfalz, sowie Beteiligungen bzw. Besitz an Druckereien. Die Gewinne fließen an die SPD. Zur Bedingung für ihren Einstieg in das finanzklamme "Druck- und Verlagshaus" machte die SPD-Medienholding, dass nochmals 500 Kolleginnen und Kollegen entlassen werden und die Verbleibenden entsprechende Zugeständnisse bei Lohn- und Arbeitsbedingungen machen sollten!

Das wurde noch im selben Jahr umgesetzt und unterstreicht den arbeiterfeindlichen Charakter der SPD aufs Deutlichste. Trotzdem spielte sich am 14. November der hessische SPD-Chef Torsten Schäfer-Gümbel als Verteidiger der "Pressefreiheit" im Allgemeinen, der "Frankfurter Rundschau" im Besonderen und natürlich auch der FR-Belegschaft auf. Er appellierte an die ca. 200 Teilnehmer der DGB-Kundgebung (zur Solidarität mit den Generalstreiks) vor dem DGB-Haus in Frankfurt/Main, mit "Treue zur FR" und neuen Abonnements die FR zu erhalten. Das ist schon der Gipfel der SPD-Heuchelei, wenn man die Vorgeschichte kennt. Als ich dies in meinem Umfeld bei der DGB-Kundgebung erzählte, war die Verärgerung auch entsprechend groß ...