Frauen

Breite Aktionseinheit gegen Gewalt an Frauen in Frankfurt/Main

Frankfurt/Main (Korrespondenz), 25.11.12: Bei sonnigem Spätherbstwetter setzte heute in der Frankfurter Innenstadt eine breite Aktionseinheit ein gemeinsames Zeichen gegen jede Form der Gewalt an Frauen und an Mutter Erde. Aufgerufen hatte eine breite Aktionseinheit aus ASF Hessen Süd, DKP Kreis Frankfurt, Feministische Partei, Frauenverband Courage, Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt, MLPD Kreis Rhein-Main und verschiedene Einzelpersonen. Musikalisch unterstützt wurde die Aktion vom Frankfurter Beschwerdechor. Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten Kaffee und Kuchen mitgebracht, der viel Zuspruch bei den zahlreichen Passanten fand und mit deren Spenden die Aktion finanziert wurde.

Bernadette Leidinger-Beierle vom Frauenverband Courage führte durch die Aktion. In ihrer Begrüßung wies sie auf den internationalen Charakter und Ursprung dieses Tages und die verschiedenen Gesichter der Gewalt gegen Mädchen und Frauen hin, aber auch den wachsenden Mut, gemeinsam dagegen anzugehen.

In engagierten und teilweise sehr bewegenden Beiträgen am offenen Mikrofon wurde die aktuelle gesellschaftliche Bedeutung dieses Tages deutlich und dabei auch Tabus aufgedeckt und angegriffen. So kommen z.B. in Deutschland nur 17 Prozent sexueller Übergriffe bei Mädchen und jungen Frauen ab 16 Jahren aus Scham und Hoffnungslosigkeit auf Erfolg zur Anzeige. In einem Beitrag erinnerte eine Teilnehmerin an das Schicksal von Clara Immerwahr, die sich 1915 als Ehefrau des Nobelpreisträgers Fritz Haber das Leben nahm, weil ihr Mann mit der Herstellung von Nervengas für den Einsatz im 1. Weltkrieg Karriere machte. Verschiedene Beiträge griffen die Diskriminierung von Frauen in Beruf und Arbeit an, die Lebenslüge der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die zunehmenden Unsicherheiten heutiger Beschäftigungsverhältnisse.

Die Gewalt an Frauen ist dabei allerdings nur scheinbar ein Geschlechterproblem, vielmehr liegen ihre Wurzeln in dem auf Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und auf Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen basierende kapitalistischen Gesellschaftssystem. Zu letzterem – wie wir unseren Planeten Erde retten können – gab es viel Diskussionsbedarf, wozu auch die Erkenntnis von Karl Marx auf einem Plakat herausforderte, dass wir nur Nutznießer, aber nicht Eigentümer der Welt sind und wir sie den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen haben.

Mitglieder von "Terre des Femmes" sammelten Unterschriften für ein verbessertes Aufenthaltsrecht in Deutschland. Von der MLPD wurden Unterschriften für das Manifest zum Gedenken an das Desaster von Fukushima und zur Beendigung der Nutzung von Atomenergie gesammelt sowie Unterstützungsunterschriften für die Zulassung der MLPD zur Bundestagswahl 2013.