Umwelt

Für das Weltklima ist es bereits "nach 12" - entschlossener Kampf zur Rettung der natürlichen Umwelt notwendig

21.11.12 - Ein für die Weltbank erstellter Report des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und von Climate Analytics aus Berlin kommt zu einer düsteren Prognose für die Entwicklung des Weltklimas. Der Beginn des Umschlagens in eine globale Klimakatastrophe - in dem Bericht als "Klimawandel" verharmlost -, ist offensichtlich: So hat die Hitzewelle in Russland 2010 vorläufigen Schätzungen zufolge Tausende von Opfern gefordert, die Ernten um ein Viertel verringert und 15 Milliarden US-Dollar wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Solche Extreme würden bei 4 Grad Celsius globaler Erwärmung in Teilen der Welt "die neue Normalität", heißt es in dem Report.

Der Meeresspiegel kann bei 4 Grad globaler Erwärmung in diesem Jahrhundert 50 bis 100 Zentimeter steigen, und danach noch deutlich höher. Dabei ist dieser Anstieg regional unterschiedlich stark. Dies hängt von Meeresströmungen und anderen Faktoren ab. Am höchsten wird das Meer den Projektionen zufolge an den Küsten von Ländern wie Philippinen, Mexiko, Indien steigen und damit den Lebensraum von Millionen Menschen überfluten. Auch die Welternährung ist in großer Gefahr. So wurde bereits beobachtet, dass wichtige Getreidesorten ab bestimmten Temperaturen überaus empfindlich reagieren, was zu großflächigen Ernteausfällen führen kann. Veränderungen im Wasserkreislauf können hierbei erschwerend hinzukommen, etwa wenn Dürren vorherrschen oder landwirtschaftliche Flächen überflutet werden. 

Laut Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK, droht bei weiterer Steigerung des Ausstoßes der Treibhausgase eine Erhöhung der globalen Temperatur um über zwei Grad. Damit würde eine unumkehrbare zerstörerische Dynamik eintreten. "Dies könnte bei den weltweit vom Kollaps bedrohten Korallenriffen der Fall sein, oder beim kilometerdicken Eisschild Grönlands. Dessen Schmelze würde Jahrtausende dauern, könnte aber schon bald unwiderruflich beginnen." Damit würde das gesamte bestehende komplexe Ökosystem auf der Welt bedroht. 

Der einzige Weg, dies noch zu vermeiden, sei "ein Bruch mit den vom Zeitalter fossiler Brennstoffe geprägten Mustern von Produktion und Konsum", so Schellnhuber. Richtig daran ist: es geht nicht mehr nur um Einzelmaßnahmen. Was er aber als "Muster von Produktion und Konsum" bezeichnet, ist die kapitalistische Profitwirtschaft auf den Niveau der Neuorganisation der internationalen Produktion. 

Wenn sich die Repräsentanten aller Staaten der Erde am kommenden Montag zum Weltklimagipfel treffen, wird nur eine verschwindende Minderheit - wie bisher die Regierung von Bolivien - den Kapitalismus überhaupt an den Pranger stellen. Die führenden G20-Länder und Hauptverursacher des Treibhausgases CO2 aus fossiler Verbrennung denken gar nicht daran, sich verbindlich auf eine sofortige drastische Reduzierung einzulassen. Der CO2-Ausstoß hat im letzten Jahr die Rekordsumme von 34 Milliarden Tonnen erreicht und soll laut Weltenergiebehörde bis zum Ende des Jahrzehnts auf jährlich 40 Milliarden Tonnen anwachsen.

Eine sagenhafte Profitquelle! Selbst die völlig unzureichende 2 Grad-Celsius-Grenze soll erst 2015 zum Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen gemacht werden. Bis dahin schmelzen jährlich mindestens 125 Gigatonnen Polar- und Grönlandeis und werden pro Jahr tropische Regenwälder von der Fläche der Schweiz vernichtet. Es ist für das Weltklima bereits "nach 12"!

Nur eine starke weltweite Widerstandsfront kann diese Entwicklung stoppen, die die Vernichtung menschlichen Lebens auf unserer Erde bedeuten würde. Der Weltklimatag der Umweltbewegung und der von der ICOR ausgerufene Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt am 1. Dezember 2012 muss ein nachhaltiges Zeichen für den kämpferischen Zusammenschluss setzen. Dafür ist die Schaffung einer Umweltgewerkschaft die geeignete Organisationsform, deren Gründung und Aufbau forciert werden muss.

Die MLPD wird am 1. Dezember für den engen Schulterschluss aller umweltbewegten Menschen und die Perspektive des revolutionären Sturzes des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals eintreten sowie den Weg zu den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt aufzeigen. Denn erst wenn die Profitwirtschaft beseitigt ist, wird die Menschheit schöpferisch sowohl auf ihre eigene Entwicklung als auch ihre natürliche Umwelt Einfluss nehmen.

(Unterschriftensammlung von ICOR und ILPS zum Manifest für die Beendigung der Nutzung jeglicher Atomenergie)