International

Russische Ford-Arbeiter organisieren Solidarität mit den Kollegen in Genk

22.11.12 - Bei Ford in Genk hat die Belegschaft des von der Schließung bedrohten Werks nach dem Ende der Kurzarbeit am 15. November die Arbeit wieder aufgenommen. Die Blockade der Werkstore wird aufrechterhalten. Nach wie vor gibt es intensive Diskussionen, wie der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze weitergeführt werden muss, und dass dazu ein Streik in allen europäischen Ford-Werken notwendig ist. Dass dieser Gedanke auch in anderen Werken mehr und mehr Fuß fasst, belegt der folgende Solidaritätsbrief von Ford-Kollegen aus St. Petersburg:

"Hallo, liebe Freunde. Wir Ford-Arbeiter von Russland erfuhren erst mit Verspätung von eurer Protestaktion gegen die Schließung des Werks in Genk, Belgien. Wir sind sehr beeindruckt von eurem großem Mut und der durchdachten und effektiven Organisation des Kampfes. Doch wir sind auch empört über die Brutalität der Polizei der Stadt Köln. Zur Unterstützung eures Kampfes wurde am 11. 11. 12 eine Versammlung und Kundgebung durchgeführt. Dort wurde beschlossen, die ganze Woche über, vom 12. bis 16. 11. einen 'italienischen Streik' (Dienst nach Vorschrift) durchzuführen. Das ist ein kleiner internationaler Beitrag für unseren gemeinsamen Kampf gegen die unmenschliche Ausbeutung der Arbeiterklasse. Wir wünschen euch, euren Familien und Mitkämpfern Erfolg! Standhaftigkeit! Und Mut! Eure russischen Freunde."

Von der russischen Automobilarbeiter-Gewerkschaft MRPA gab es ebenfalls einen Solidaritätsbrief, aus dem wir Auszüge veröffentlichen: "Brüder und Schwestern! Heute führt ihr einen ungleichen Kampf gegen die Ford Motor Company, die eure Interessen ignoriert. Der Konzern stellt sein Recht auf Maximalprofit über das Recht der Arbeiter auf Arbeit. ... Wir wissen, wie schwer es ist, gegen einen so großen Konzern zu kämpfen. Denn zurzeit führen die Arbeiter unseres Werks einen 'italienischen' Streik durch. Die Arbeiter sind stark, wenn sie einheitlich und organisiert handeln ... Unsere Rechte haben wir nur, so lange wir um sie kämpfen! Brüder, wir sind solidarisch mit euch und unterstützen euch voll."