Sozialismus

Wachsende Kapitalismuskritik braucht revolutionäre Orientierung

25.11.12 - Anders als noch vor wenigen Jahren sei heute mindestens die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland mit ihrer Wirtschaftsordnung unzufrieden. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" am 23. November in einem Artikel ihrer Serie "Die Systemfrage". Drei Viertel finden, die "Marktwirtschaft" mache die Reichen reicher und die Armen ärmer. 51 Prozent sind der Ansicht, die Wirtschaftsordnung müsse grundlegend geändert werden. "Nicht nur die Banker, der Kapitalismus sitzt auf der Anklagebank. Er ist zum Schmuddelkind der öffentlichen Debatte geworden", meint der Artikel und erzählt wehmütig, dass mancher vor 20 Jahren nach dem Zusammenbruch des bürokratischen Kapitalismus noch gedacht habe, der Kapitalismus sei nun die einzig denkbare Gesellschaftsordnung.

Ein Leser schreibt treffend: "Wir können es drehen und wenden, solange wir wollen. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass nur ein Wirtschaftssystem in Symbiose mit den Naturregeln auf Dauer funktionieren kann. Wir haben es eben nicht mit einem Fehler im System zu tun, sondern mit einem fehlerhaften System."

Tatsächlich stehen wir heute an einem Punkt der Menschheitsgeschichte, an dem die Fortdauer der Herrschaft des internationalen Finanzkapitals unvereinbar geworden ist mit dem Erhalt der menschlichen Lebensgrundlagen auf dem Planeten Erde. Morgen beginnt in Katar der diesjährige Klimagipfel, bei dem  die EU-Staaten einmal mehr mit einem völlig unbrauchbaren Ziel in Sachen Senkung des CO2-Ausstoßes antreten. Man muss kein Prophet sein, um mit dem vollständigen Scheitern auch dieser Klimakonferenz zu rechnen. Im vergangenen Jahr bewiesen die imperialistischen Staaten beim Klimagipfel in Durban erneut, dass mit ihnen nicht einmal minimale Klimaschutzmaßnahmen möglich sind.

Der rücksichtslose Raubbau der natürlichen Ressourcen gehört heute zur allgemeinen Praxis der internationalen Monopole, genauso wie die menschheitsbedrohliche Deformierung der Atmosphäre, des Wassers, des Klimas und des ökologischen Gleichgewichts unserer Biosphäre. Gegenüber der Kyoto-Konferenz von 1992 stieg der globale CO2-Ausstoß 2011 um 20 Prozent auf mittlerweile insgesamt 34 Milliarden Tonnen. Ein Sofortprogramm zur weltweiten Durchsetzung regenerativer Energien und die drastische Minderung der Treibhausgase müssen durch den weltweit koordinierten aktiven Widerstand der Massen erreicht werden.

Die wachsende Kapitalismuskritik unter den Massen bis hinein ins bürgerliche Lager darf sich deshalb nicht in die Sackgasse begeben, eine vermeintlich sozialere und "ökologischere" Variante der kapitalistischen Profitwirtschaft zu suchen - wie etwa  Sahra Wagenknecht von der Partei "Die Linke", die der illusionären Vorstellung anhängt, man könne im Kapitalismus "Wohlstand für alle" durchsetzen.

Deshalb wird die MLPD ihre Beteiligung an den Bundestagswahlen im nächsten Jahr mit aller Kraft, Leidenschaft und Überzeugungskraft dafür nutzen, die Menschen für den revolutionären Ausweg, den organisierten Kampf zur Beseitigung von Ausbeutung, Unterdrückung und Raubbau an der natürlichen Umwelt zu gewinnen.

Gemeinsam werden die sozialistischen Staaten der Welt, so der MLPD-Vorsitzende Stefan Engel in der Rede am 3. November 2012 auf der Veranstaltung zum 30-jährigen Bestehen der MLPD, den paradoxen Zustand beenden, "dass die großartigen Möglichkeiten der Menschheit sich unter dem Diktat des Maximalprofits in Zerstörungskräfte verwandeln. Gemeinsam werden die sozialistischen Staaten alle Regionen der Welt planmäßig entwickeln, bis überall lebenswerte menschenwürdige Zustände herrschen. Gemeinsam werden die sozialistischen Staaten Stück für Stück alle unseligen Hinterlassenschaften der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft beseitigen -
• die Unterdrückung von Völkern und Nationen,
• in der Denkweise der Menschen,
• der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen,
• der gesellschaftlich bedingten Ungleichheit von Mann und Frau,
• die Widersprüche zwischen Hand und Kopfarbeit
• sowie zwischen Stadt und Land!
Mit dem Übergang der vereinigten sozialistischen Staaten der Welt in eine klassenlose kommunistische Gesellschaft endet schließlich die Geschichte ausbeuterischer Klassengesellschaften überhaupt.

Das ist unsere Vision einer lebenswerten Zukunft!"

Hier kann man die Rede im Wortlaut lesen und einen Video-Mitschnitt anschauen