Betrieb und Gewerkschaft

Die skandalösen Methoden der Firma Maredo in Frankfurt/Main

28.11.12 - In einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Nahrung Genuß Gaststätten (NGG) heißt es dazu unter anderem:

"Vor ziemlich genau einem Jahr, am Samstag, den 26. November, gab es in der Maredo-Filiale in der Frankfurter Freßgass' eine spektakuläre Aktion. Ein Rollkommando aus Mitarbeitern der Firmenzentrale, Juristen und Sicherheitskräften kam in das wegen 'Stromausfalls' dunkle Restaurant, setzte als erstes den Betriebsrat außer Funktion, indem es ihn aus dem Gebäude entfernte und mit Hausverbot belegte. Die KollegInnen waren unterdessen in einem kleinen Teil des dunklen Lokals, abgeschlossen von der Außenwelt. ... Ihnen wurde vorgeworfen, alle Diebe zu sein. Maredo habe Beweise, schließlich habe man Videoaufnahmen mit drei versteckten Videokameras gemacht, und außerdem hätten zwei verdeckte Ermittler dies dokumentiert. ...

Um einigermaßen wohlbehalten aus der Sache herauszukommen, sollten die Mitarbeiter selbst eine Kündigung schreiben. Nur so hätten sie die Chance, nicht wegen Diebstahls angezeigt zu werden und ein Zeugnis zu erhalten, mit dem sie sich wieder bewerben könnten. ... Etwa ein Dutzend der KollegInnen hielten dem Druck nicht stand und schrieben eine Eigenkündigung. Gegen nahezu alle anderen KollegInnen wurden fristlose Kündigungen eingeleitet oder ausgesprochen. ...

Die Vorgehensweise Maredos provozierte Widerstand: Die Gewerkschaft NGG hat sich sofort auf die Seite der KollegInnen gestellt und zeigt sich solidarisch. 14 Kollegen und Kollegen haben Maredo angezeigt wegen Freiheitsberaubung und Nötigung. ... Seit Anfang 2012 protestieren ein Solidaritätskomitee und viele Kollegen jeden Samstag vor dem Maredo-Lokal in der Frankfurter Freßgass'. Und der Betriebsrat vertritt mittlerweile die neuen Kollegen, die inzwischen in diesem Betrieb zu einem Niedriglohn (7,50 Euro brutto/Stunde, TG1) eingestellt worden sind."