Politik

Stuttgart: Demo gegen Burschenschaften eingekesselt

Stuttgart (Korrespondenz), 27.11.12: Nach einem Tag endete in Stuttgart am Wochenende vorzeitig das Treffen von rund hundert studentischen Verbindungen. Schon im Vorfeld ihres Treffens hatte der faschistoide Teil der Burschenschaften gezeigt, wes Geistes Kind er ist: So gab es einen Streit darüber, ob ein chinesischer Student mit deutschem Pass in einer deutschen Studentenverbindung Platz haben könne. Und der bisherige Chefredakteur der Verbandszeitungen bezeichnete in einer seiner Veröffentlichungen den christlichen Widerstandskämpfer gegen den Hitler-Faschismus, Dietrich Bonhoeffer, als einen "Vaterlandsverräter", der zurecht hingerichtet worden sei. Wegen dieser Äußerungen muss sich Weidner jetzt vor Gericht verantworten.

Gegen dieses Treffen protestierten am 24. November rund 100 Antifaschisten vor dem Versammlungslokal. Ein Teil von ihnen wurde ein weiteres Mal von der Polizei eingekesselt. Dazu ein Augenzeuge: "Die Protestkundgebung ... dauerte erst kurze Zeit. Da erklärte die Polizei sie kurzerhand für beendet und drängte die Demonstranten aus dem Viertel. ... Dort wurden rund 40 Personen für ca. eine Stunde eingekesselt, hauptsächlich jugendliche Antifaschisten ..., aber auch ein über 70-jähriger Demonstrant. Es gelang dann in Verhandlungen, eine Art freien Abzug auszuhandeln, der dann auch 'tröpfchenweise' (immer zwei bis drei Personen) über fast zwanzig Minuten erfolgte. ... Unter großer Empörung wurden aber vier Jugendliche beim Verlassen des Kessels festgenommen." Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten mit Steinen geworfen, die sich dann aber als Kastanien entpuppten.

Dieser neuerliche Polizeikessel ist ein weiteres Beispiel dafür, wie berechtigter antifaschistischer Protest kriminalisiert werden soll. Ihm gehört unsere Solidarität.