Politik

Wahlklatsche für die CDU in Karlsruhe

Karlsruhe (Korrespondenz), 04.12.12: Ein guter Auftakt für den CDU-Parteitag ist die Klatsche für die CDU bei der Karlsruher OB-Wahl. Frank Mentrup, der gemeinsame OB-Kandidat von SPD, Grünen, KAL und Piratenpartei hat die Wahl am Sonntag deutlich gewonnen. 55 Prozent der Stimmen konnte er hinter sich bringen. Sein Gegenkandidat, Ingo Wellenreuther von der CDU, kam auf 35 Prozent der Stimmen. Damit sind alle Großstädte in Baden-Württemberg ohne CDU-Oberbürgermeister.

Seit 1970 war der Chefsessel im Karlsruher Rathaus in der Hand der CDU. Trotz wochenlangen Wahlkampfs lag die Wahlbeteiligung bei gerade 42 Prozent. Das ist in Karlsruhe ein historisch niedriges Ergebnis. Noch nie war ein OB-Wahlkampf so langweilig. Keine Polarisierung, keine klaren Aussagen zu anstehenden Themen, Wischi-Waschi überall.

Dazu kommt, dass Ingo Wellenreuther ein aalglatter Karrierist ist: Mitglied im Bundestag und verschiedenen Ausschüssen, Mitglied im Gemeinderat, Vorsitzender des KSC und wirbt für sich als  treu sorgender Familienvater. Die CDU in Karlsruhe ist heillos zerstritten. Der jetzige OB Fenrich hat keinen Finger gerührt für Wellenreuther. Wenige Monate vor der Nominierung der Kandidaten bei der CDU traten innerhalb von zwei Monaten 400 neue Mitglieder in die Partei ein; eine ganze Reihe aus dem Umfeld des KSC. Sie sorgten für Wellenreuthers Sieg bei der Nominierung. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Gleichzeitig hat der jetzige CDU-OB den Bau der Untergrund-Straßenbahn (U-Strab) durchgedrückt. 650 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. Schon heute sind die Bauten terminlich 1,5 Jahre im Rückstand. Die Kosten scheinen zu explodieren. Aber man bekommt keine Auskunft. Die Wut auf dieses Mammutprojekt in Karlsruhe nimmt zu.