Opel Berichte

Erste Streikaktion bei Opel in Bochum: "Das war ein guter Anfang"

Erste Streikaktion bei Opel in Bochum: "Das war ein guter Anfang"
Bild von der heutigen Streikaktion

11.12.12 (17.30 Uhr) - Mit einem dreistündigen selbständigen Streik haben rund 200 Kolleginnen und Kollegen bei Opel in Bochum heute früh der provokativen Ankündigung der Werksschließung auf der gestrigen Betriebsversammlung (siehe "rf-news"-Bericht) die richtige Antwort gegeben. Damit wurde auch die ätzende Medienberichterstattung durchbrochen, die seit gestern verbreitete, im Werk bleibe "alles ruhig", und so gut wie keine kämpferischen Kräfte zu Wort kommen ließ. So sollte Demoralisierung, Desorganisation und Desinformation unter die Belegschaft sowie in die Öffentlichkeit getragen werden, um die breite Solidarität zu untergraben. 

Diese Rechnung ging nicht auf. In einer kämpferischen Demonstration zogen die Kolleginnen und Kollegen ans Tor 1, hielten dort eine Kundgebung ab und marschierten anschließend durch Teile des Werks. Alle Schritte waren gemeinsam beraten und abgestimmt worden. Der Streik wurde schließlich ausgesetzt, um noch mehr Kräfte zu mobilisieren. Stolz und erhobenen Hauptes sind die Opelaner wieder an die Arbeit gegangen. Ein Beteiligter berichtet:

"Die heutige Streikaktion war ein wichtiges Signal. So sehen die Kollegen das. Es war ein guter Anfang, eine sehr gute Aktion. Es war wichtig, General Motors hier jetzt keine Zeit zu geben, sondern auf die Provokation und die Kriegserklärung von gestern direkt zu antworten. Wir haben hiermit einen guten Auftakt gemacht. In den nächsten Tagen werden wir auf der A-Schicht weiter beraten und sicherlich wird sich die B-Schicht auch ihre Gedanken machen. Wir haben demokratisch diskutiert. Es ist ganz wichtig, dass General Motors merkt, dass wir nicht mit uns spielen lassen. Die Leute sind sehr selbstbewusst." (mehr dazu)

Mehrere Medien berichteten inzwischen zumindest kurz über die Aktion (hier einige Links zu Videoberichten). "rf-news" half sofort mit laufenden aktuellen Berichten, die Medienmanipulation zu durchbrechen und die Solidarität zu organisieren. Zuvor war vor allen Werken von Opel sowie Zulieferbetrieben in Deutschland eine neue Ausgabe der Konzernzeitung von Kollegen für Kollegen, "Der Blitz", verteilt worden. Unter der Überschrift "Kriegserklärung von GM/Opel verlangt klare Antwort: Streik jetzt!" heißt es darin unter anderem:

"Wenn wir jetzt den Kampf beginnen, ist das kein blinder Aktionismus. Darauf haben wir uns die ganze Zeit schon vorbereitet und jeder weiß, dass Streik die Sprache ist, die sie verstehen! ... Wenn einer für Arbeitsplätze kämpfen will, dann muss er mit dem Kampf um die bestehenden Arbeitsplätze beginnen! ... Auf der Belegschaftsversammlung wurden auch gute Alternativen genannt: statt Investitionen in weitere Verbrennungsmotoren zu stecken, geht es um emissionsfreie Technologien und umweltfreundliche Verkehrspolitik. Statt mörderische Arbeitshetze und Kurzarbeit auf unsere Kosten, ist die sofortige Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich auf Kosten von GM der richtige Schritt. ...

Gerade jetzt in der Krise können wir unsere Interessen durchsetzen: es geht heute schon nicht nur um Bochum, sondern um alle GM/Opel/PSA-Werke! Ein gemeinsamer, international koordinierter Kampf mit den von Schließung bedrohten PSA-Werken und Ford-Werken in Frankreich, Belgien und England. Es geht auch um die Kollegen in den Stahlkonzernen wie bei TKS oder TKN, die ebenfalls für den Kampf um jeden Arbeitsplatz herausgefordert sind." (Vollständiger Text der Konzernzeitung)

Email-Adressen für Solidaritätserklärungen:
- IGM-Vertrauenskörperleitung: dirk.gruetzner@de.gm.com
- Betriebsratsliste "Offensiv": annegret.gaertner@de.opel.com
- Bitte jeweils eine Kopie auch an redaktion@rf-news.de