Sozialismus

Gegen antikommunistische Spaltungsversuche - für eine gemeinsame überparteiliche LLL-Demonstration

16.12.12 - Die Lenin-Liebknecht-Luxemburg (LLL)-Aktivitäten sind die größte Manifestation für den Sozialismus in Europa mit mehreren zehntausend Teilnehmern. Vor einer Woche kündigten unter anderem die Vorstände der Falken, Jusos, Naturfreunde Berlin, DGB-Jugend und der BundessprecherInnenrat der "Linksjugend solid" in der Presse an, 2013 erstmals eine ausdrückliche Konkurrenzdemonstration zu organisieren, die sich ausdrücklich gegen diejenigen wendet, die Stalin, Mao und Ho Chi Minh als linke Revolutionäre anerkennen.

Lisa Gärtner, die Vorsitzende des Jugendverbands REBELL hat in einem offenen Brief Position gegen diese antikommunistischen Spaltungsversuche bezogen und für eine breite Beteiligung an den rebellischen und kämpferischen LLL-Aktivitäten am Wochenende des 12./13. Januar 2013 geworben. In dem Brief heißt es unter anderem:

In eurer Rechtfertigung zur Spaltung der LLL-Demo ist die Rede vom Fabelwesen eines ominösen "antiautoritären Sozialismus", den angeblich "emanzipatorischen Alternativen", die im unversöhnlichen Gegensatz zu jeder Form der "Repression und Diktatur" stünden. Mit dieser abstrusen Konstruktion müsstet ihr folgerichtig auch Leben und Werk von Karl und Rosa selbst aus den LL(L)-Feierlichkeiten ausschließen. Denn Liebknecht und Luxemburg waren Revolutionäre, Marxisten, Leninisten und standen für den wissenschaftlichen Sozialismus. Im Gründungsprogramm der KPD von 1918, maßgeblich von Liebknecht und Luxemburg formuliert, heißt es nämlich:

"Eine solche Ausrüstung der kompakten arbeitenden Volksmasse mit der ganzen politischen Macht für die Aufgaben der Revolution, das ist die Diktatur des Proletariats und deshalb die wahre Demokratie. Nicht wo der Lohnsklave neben dem Kapitalisten, der Landproletarier neben dem Junker in verlogener Gleichheit sitzen, um über ihre Lebensfragen parlamentarisch zu debattieren: dort, wo die millionenköpfige Proletariermasse die ganze Staatsgewalt mit ihrer schwieligen Faust ergreift, um sie … den herrschenden Klassen aufs Haupt zu schmettern: dort allein ist die Demokratie, die kein Volksbetrug ist."

Stalin, Mao und Ho Chi Minh standen für eben diese Art von Sozialismus, haben ihn praktiziert und weiterentwickelt. Unter ihrer Führung wurden dem Imperialismus einige seiner größten Niederlagen beigebracht. Wir können von uns sagen, dass wir eine sehr differenzierte Meinung von ihnen haben, auch Kritik üben. Wer sich jedoch wie ihr in dieser Art und Weise gegen sie richtet, sie nicht einmal mehr als Linke zählt, dem muss bewusst sein, dass er damit ebenso Liebknecht und Luxemburg angreift. ...

Zweifelsohne vertreten wir – und viele Beteiligte – unterschiedliche weltanschauliche Standpunkte. Und gerade deshalb ist die LLL-Demo ein hohes Gut und in dieser Form einmalig, weil sie die wohl bedeutendste Demonstration für den Sozialismus in Europa ist – übrigens mit Jahr für Jahr wachsender jugendlicher Beteiligung. ...

Wir richten an euch den dringenden Appell, die Einheit der Jugendbewegung auf Grundlage des Kampfes zu wahren und weiterzuentwickeln.

Die tiefste Weltwirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Kapitalismus verschärft sich. Die besondere Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Jugend wird sich erheblich verschärfen. Das fordert den gemeinsamen Kampf – über weltanschauliche Grenzen hinweg – heraus: Gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Hartz IV und massenhafte Verarmung vor allem unter Kindern und Jugendlichen, für die Rettung der Umwelt, die die Herrschenden sehenden Auges auf dem Altar ihrer Profitgier opfern (siehe Doha …), gegen die wachsende Kriegsgefahr und jede Form kapitalistischer  Ausbeutung und Unterdrückung.

Sollte das nicht wichtiger sein als die Anbiederung an die Führung der heutigen Sozialdemokratie, die doch auch nichts sehnlicher wünscht, als wieder an die Futtertröge der Macht zu kommen und die Geschäfte des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals zu führen? Statt sich zum Werkzeug antikommunistischer Spaltung zu machen, ist dies die Aufgabe aller ehrlichen Erben von Lenin, Liebknecht und Luxemburg.

Wir fordern euch im Interesse der Jugend, im Gedenken an Karl und Rosa auf, die Spaltung zurückzunehmen!

Der Brief kann vollständig gelesen werden auf der Homepage des REBELL. In dieser Woche wird ein aktuelles Flugblatt des REBELL zur massenhaften Mobilisierung zu den den kämpferischen LLL-Aktivitäten 2013 erscheinen.

Rebellisches Wochenende in Berlin am 12/13. Januar 2013:

  • Gemeinsame Busreise (Zeiten und Orte siehe Homepage)
  • Samstag, 15 Uhr: Stadtführung "Auf den Spuren der revolutionären Arbeiterbewegung"
  • Samstag, 19 Uhr: REBELL-Veranstaltung und Party mit internationalen Gästen
  • Samstag / Sonntag: Gemeinsame Übernachtung mit Frühstück
  • Sonntag, ab 10 Uhr: LLL-Demonstration, Kundgebung und stilles Gedenken

Der Gesamtpreis einschließlich Busfahrt beträgt 65 Euro bzw. 50 Euro ermäßigt.