Opel Berichte

Kämpferische Info-Veranstaltungen bei Opel in Bochum

15.12.12 - Bei Opel in Bochum ist die massenhafte Diskussion über den selbständig geführten Streik und die Notwendigkeit seiner Fortsetzung und Ausweitung voll entbrannt. "Die haben Angst vor uns", sagen immer wieder Kollegen zur Absage des "Tags der offenen Tür". Die Kollegen sind beeindruckt, dass 40.000 Menschen kommen wollten und haben daraus Selbstbewusstsein geschöpft. Es wächst auch das Interesse, sich mit der MLPD und ihren Repräsentanten über das weitere Vorgehen im Kampf um den Erhalt des Werkes zu beraten. Seit Donnerstag wurden 300 Probenummern der "Roten Fahne" gegen Spenden verteilt. Unter den Arbeitern gibt es zugleich eine wichtige Auseinandersetzung mit Argumenten wie "Das ist eh gelaufen", "Es ist zu früh zum Streiken" und des Abwartens auf Aktivitäten der reformistischen Gewerkschaftsführung. Zum Teil verfängt auch noch die antikommunistische Hetze.

Aus den seit Tagen von der Betriebsratsspitze angekündigten Protestaktionen wurden heute drei Info-Veranstaltungen der Belegschaft auf allen Schichten. Sie waren kämpferisch geprägt. Nach ihrer Ankunft mit Bussen führten heute Vormittag Kollegen aus Werk 2 zusammen mit den Azubis eine Demonstration durch das Werk bis zur Versammlung durch. Sie trugen ein Transparent "Kein zweites Nokia!" sowie viele IG-Metall-Fahnen.

Insgesamt nahmen 1.000 Kolleginnen und Kollegen an der Info-Veranstaltung der Frühschicht teil. Der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel sprach zum ersten Mal von "Streik". Eine Solidaritätsdelegation von ThyssenKrupp-Nirosta war da und hat eine Soli-Erklärung vorgetragen. Weitere Delegationen wie z.B. von JCA wurden nicht rein gelassen. Die Kollegen sind danach wieder an die Arbeit. Vielfach war im Vorfeld von der IG Metall gefordert worden, am morgigen Samstag für den abgesagten "Tag der offenen Tür" eine Demonstration oder Kundgebung in Bochum durchzuführen. Diese wird es jedoch nicht geben.

Die Zeit wird nun in Bochum und anderen Orten des Ruhrgebiets sicher genützt, die Erfahrungen der vergangenen Tage gründlich auszuwerten und zu verarbeiten, die Verbindungen unter den Kollegen zu festigen, sich gegenseitig zu besuchen, zu beraten usw. Die MLPD wird dazu in den Innenstädten und Wohngebieten entsprechende Einsätze durchführen und die Opelaner in diesem wichtigen Prozess intensiv begleiten und unterstützen.