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Opel aktuell - Infos und Solidaritätsadressen

13.12.12 - "rf-news" veröffentlicht auf dieser Seite seit dem 12. Dezember laufend neue Nachrichten über die Entwicklung und Solidaritätsadressen mit den kämpfenden Opelanern und ihren Familien in Bochum.


Solidaritätsadressen an die Opelaner/-innen und ihre Familien

Bitte schickt die Solidaritätserklärungen an folgende Adressen:

  • dirk.gruetzner@de.gm.com
  • annegret.gaertner@de.opel.com
  • info@wir-gemeinsam.eu (das ist die Adresse des BR-Vorsitzenden Einenkel)
  • und natürlich an redaktion@rf-news.de


14.12.12 - Gelsenkirchen: Gemeinsam aufstehen im Revier!

Gestern stellte die Stadträtin Monika Gärtner-Engel den Antrag an den Rat der Stadt Gelsenkirchen, folgende Resolution zu beschließen:

Die Stadt Gelsenkirchen protestiert entschieden und mit großer Empörung gegen die Ankündigung des Opel-Vorstands, die Autoproduktion im Werk Bochum 2016 zu schließen. Dieser jetzt offen ausgesprochene Plan würde nach der bereits angekündigten Vernichtung Tausender Arbeitsplätze im Revier – wie auch 150 bei TRW - die Vernichtung zehntausender Arbeitsplätze, auch im gesamten Zulieferbereich, bedeuten. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und betrifft die ganze Region, in der seit Jahrzehnten massiv industrielle Arbeitsplätze abgebaut werden und der gescheiterte Strukturwandel schon jetzt schmerzliche Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in der Region hat. Die drastische Einschränkung der industriellen Basis durch diese und andere Werksschließungen und massiven Arbeitsabbau fällt mit der ohnehin bestehenden Finanzmisere der Ruhrkommunen zusammen und treibt sie auf die Spitze. Es darf kein zweites Nokia in Bochum geben!

Die ganze Region muss gemeinsam aufstehen: Der Rat der Stadt Gelsenkirchen erklärt sich uneingeschränkt solidarisch und unterstützt die Belegschaften bei TRW und Opel  sowie ihre Familien: Die Entlassungen bei TRW und die Schließungspläne von Opel Bochum müssen sofort zurückgenommen werden! Gemeinsamer Kampf im Revier um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Der Rat der Stadt wird sich nach allen seinen Möglichkeiten für diese Ziele einsetzen. Er ruft unter anderem auf,  sich an der gewerkschaftlichen Aktion im Interesse des Kampfs um jeden Arbeitsplatz am Samstag, dem 15. Dezember 2012, zu beteiligen.

Für völlig unakzeptabel hält der Rat der Stadt Gelsenkirchen auch das Verhalten der GM-Manager, die nach der Verkündung der Werksschließung nicht bereit waren, sich die Argumente und Meinungen, die Sorgen und Vorschläge der Belegschaft des Werkes anzuhören. Es ist empörend, wenn die Belegschaft wie Randalierer behandelt wurde, indem betriebsfremde, teils zivil verkleidete Security-Kräfte auf der Betriebsversammlung anwesend waren und sich auch im Foyer uniformierte Polizeikräfte befanden. Der Vorgang gipfelte darin, dass der Leiter des gewerkschaftlichen Vertrauenskörpers zu Boden geworfen und gewürgt wurde.

Die Vorgehensweise des GM-Vorstandes zeigt, dass der Weg, auf ein Entgegenkommen der Manager zu hoffen, durch die Bereitschaft der Belegschaft zu verzichten oder eine Verhandlungslösung ohne Kampf vollkommen gescheitert ist. Mit ihrem 2,5-stündigen Streik setzen mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen am Dienstag in Bochum ein erstes Ausrufezeichen, ebenso wie die kämpferischen Aktivitäten der RW Belegschaft und ihre Mahnwachen. Der Rat der Stadt GE wird wie schon bei Vaillant oder im Bergbau auch bei TRW und Opel fest an der Seite der Beschäftigten stehen.

Begründung:
Leider hat die SPD Fraktion entgegen der Ankündigung bis jetzt  keinen Resolutionsvorschlag vorgelegt, deshalb hier unser Beitrag zur Debatte und Abstimmung.

Monika Gärtner-Engel

13.12.12 (23 Uhr) - Kollegen der Wasch- und Reinigungsmittelproduktion Henkel Düsseldorf-Holthausen

An die Kolleginnen und Kollegen von Opel in Bochum

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Seit Jahren kämpft ihr schon um den Erhalt eurer Arbeitsplätze und damit auch um eine Zukunft für die Jugend und die ganze Region.

Mit einem Federstrich will General Motors nun das Schicksal eueres Werkes beschließen und bis 2016 die weitgehende Schließung durchziehen. Wir hoffen und wir wünschen uns, dass dies nicht gelingt. 

Diese Herren reden immer von Zukunft, von Zukunftsstrategien und Zukunftsmärkten. Wir erleben bei Henkel nichts anderes. Aber was für eine Zukunft soll das sein, das ganze Leben auf den Profit auszurichten? Ganze Werke und Regionen den Renditeerwartungen der Shareholder (Aktionäre) unterzuordnen? Wir sprechen diesen Leuten schlicht das Recht ab, für unsere Zukunft zu reden. Das machen wir schon selbst!

Wir haben nicht euere Kampferfahrungen und können viel von euch lernen. Glaubt uns, wir verfolgen genau, was bei euch in Bochum geschieht. Und der Gedanke wird oft diskutiert, dass es eigentlich uns alle betrifft und dass wir als Arbeiter und Angestellte gemeinsam aktiv werden müssen. Es wäre Selbstbetrug zu glauben, bei Henkel mit seinen Erfolgsmeldungen könnte so etwas nicht geschehen, auch wenn gegenwärtig die Produktion im Düsseldorfer Stammwerk erweitert wird. Wir haben da auch andere Erfahrungen.

Viel Glück und viel Kraft!

Wir müssen beraten, wie wir euch weiter unterstützen können. Es geht um unsere gemeinsame Zukunft.
Glück auf!

Unterschrieben von 22 Kolleginnen und Kollegen der Nachtschicht vom 13.1212

13.12.12 (22 Uhr) - Tübinger Montagsdemonstration an die Opel-Belegschaft in Bochum

Wir, die Tübinger Montagsdemonstration gegen Hartz IV und Sozialabbau sind uneingeschränkt solidarisch und unterstützen euren Kampf für den Erhalt eurer Arbeitsplätze. Die Schließungspläne müssen vom Tisch!

Wir sind sehr empört, wie sich der GM-Vorstand verhalten hat.

Arbeitende und Arbeitslose müssen sich zusammenschließen im Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen Hartz IV. Wir stehen solidarisch an eurer Seite.

Tübinger Modemo

13.12.12 (21.40 Uhr) - Generalsekretär der Gewerkschaft SUD PSA Aulnay sous bois

Auch wenn ihr möglicherweise unsere Gewerkschaft SUD PSA Aulnay nicht kennt, erklären wir unsere volle Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von OPEL in Bochum, die um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Wir leben in der gleichen Situation, und wir wissen, wie wichtig internationale Solidarität ist. Auch wenn es nicht einfach ist, so müssen wir doch die Gunst der Stunde nutzen, eine große gemeinsame Bewegung zu entwickeln und unsere Kämpfe zu koordinieren. Wir wollen Verbindungen herstellen zwischen den Arbeitern, die für die Verteidgung ihrer Arbeitsplätze kämpfen, über Ländergrenzen hinweg, Freundschaften und brüderliche Einheit.

Mohamed Khenniche, SUD PSA Aulnay

13.12.12 (21.15 Uhr) - Braunschweiger VW-Kollegen

86 Kollegen unterschrieben heute beim Verteilen der Kollegenzeitung VORWÄRTSGANG vor den Werkstoren in Braunschweig folgende Solidaritätserklärung:

"Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Opel Bochum!

Wir Beschäftigte bei VW-Braunschweig unterstützen Euren Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen die angekündigte Schließung Eures Werkes! Automobilarbeiter müssen zusammenhalten! 

Unsere Unterschrift ist ein Zeichen der Solidarität!"

13.12.12 (21.00 Uhr) - "Solidarität International" - Regionalgruppe Bochum

Liebe Kollegen, mit der gestrigen Betriebsversammlung kam endlich konkret auf den Tisch, wie sich die Opel-Vorstände die weitere Zukunft des Werkes in Bochum vorstellen. Besonders empörend ist die Art und Weise, wie der Vorstand euch diese Nachricht überbracht hat und sich dann davon schlich. Wir verurteilen die Präsenz von Security-Leuten und Polizei bei eurer Betriebsversammlung und insbesondere den Übergriff auf euren VK-Leiter. Das ist die Sprache der Konzernvorstände: Erst jahrelanges Mobbing, dann Hinhalten und Vertrösten und wenn es nicht anders geht, schrecken sie auch vor brachialer Gewalt nicht zurück.

Jetzt seid ihr am Zug, daraus eure Schlüsse zu ziehen. Es geht um eure Zukunft und die eurer Kinder. Angesichts von angekündigten Entlassungen bei fast allen großen Konzernen, der systematischen Ruinierung vieler Zulieferer und kleineren Betriebe gibt es keine "Ersatzarbeitsplätze", wie sie weismachen wollen. Hartz IV und Leiharbeit bedeuten Entwürdigung und Herabdrücken in die Armut.

Wir möchten euch unsere herzlichsten und solidarischen Grüße schicken und euch viel Kraft für die nächste Zeit wünschen. Wir versichern euch, dass wir unser Möglichstes tun werden, um die Solidarität zu verbreitern und auch unsere internationalen Verbindungen informieren werden.

Mit solidarischen Grüßen
i.A. des Vorstands

13.12.12 (20.00 Uhr) - Solidaritätserklärung von Umschülern, Azubis und Beschäftigten der TÜV Nord Bildung am Standort Dortmund mit der Belegschaft von Opel Bochum

Wir sind empört über die angekündigte Schließung eures Werkes, das würdelose Vorgehen von GM/OPEL und den Einsatz von Security gegen euren Vertrauenskörperleiter. 

Wir, das sind:
•    Beschäftigte beim TÜV Nord Bildung
•    Umschüler und Auszubildende
•    Ehemalige Opelaner in Qualifizierungsmaßnahmen

Wir fragen uns natürlich auch, wo wir später einmal Arbeit finden sollen, wenn die großen Konzerne zur Arbeitsplatzvernichtung und zu Werkschließungen übergehen und GM hier den Vorreiter macht. Die ehemaligen Opelaner fühlen mit ihren Kollegen. Wir haben von der ersten mutigen Arbeitsniederlegung von 200 Kollegen gehört. Im Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen die angekündigte Werkschließung ist das die richtige Entscheidung. Auf diesem Weg könnt ihr euch der Unterstützung des ganzen Ruhrgebiets und darüber hinaus sicher sein. Wir wollen gerne dazu beitragen und wünschen euch viel Kraft und Mut.

Unterzeichnet von 33 Umschülern, Azubis und Beschäftigten der TÜV Nord Bildung am Standort Dortmund, Bärenbruch 128, 44379 Dortmund

13.12.12 (18.00 Uhr) - Bergarbeiterfrauen im Frauenverband Courage

Liebe Opelanerinnen und Opelaner,

wir Bergarbeiterfrauen und Freundinnen des Bergbaus aus der Bergarbeiterfrauen-AG im Frauenverband Courage finden euren selbständigen Streik am Dienstag bärenstark. Er gibt uns Selbstvertrauen, dass auch unsere Männer und Söhne, die von der Stilllegung des deutschen Steinkohlebergbaus bis 2018 bedroht sind, Mut fassen und entschlossen gegen die Stilllegung der Steinkohlezechen und gegen das nachfolgende Gasfracking kämpfen. Als wir euren Kampf am Dienstagnachmittag vor der Mittagsschicht der Kumpel bekannt machten, wurde euch Sympathie und Respekt vor eurem selbständigen Streik entgegen gebracht: "Streik? Das ist genau richtig." Einige waren aber auch der Meinung, dass euer Kampf ein Signal für unseren Kampf gegen Zechenschließungen sein kann: "Wir müssten es genauso machen."

Wir Bergarbeiterfrauen sind empört und wütend über die Unverforenheit des Opel-Vorstandes mit der er euch die Werksschließung 2016 erklärt und über eure Sorgen und aber auch eure Meinungen hinweg gegangen wird. Welche Angst müssen sie vor euch haben, wenn sie sich nur mit Security und Polizei vor euch hinzutreten trauen?

Viele Opelaner waren früher Bergleute und haben hier schon ihren Arbeitsplatz verloren. Deshalb sind wir wie ihr der Meinung, dass wir keinen Arbeits- und Ausbildungsplatz entbehren können. Es geht uns um die Zukunft unserer Kinder und Jugend und um unsere Lebensbedingungen, wenn nach der Stilllegung im Bergbau aus den reichlich vorhandenen Steinkohleflözen Gas mit einem Giftcocktail gefrackt werden soll.

Wir versprechen euch, dass wir unter den Bergarbeiterfamilien mit unseren Möglichkeiten die Solidarität und Unterstützung für euren Kampf organisieren werden. Wer einen von uns angreift, greift uns alle an! Wir wünschen euch viel Energie und Entschlossenheit für eure weiteren Schritte. Lasst euch nicht entmutigen.

Glück Auf
Eure Bergarbeiterfrauen

Kontaktadresse: Ingrid Dannenberg, Carl-Duisberg-Str. 8, 45772 Marl,
E-Mail: ingrid-d@gmx.de

13.12.12 (16.00 Uhr) - Mail mit einem Link zur Homepage der Metallgewerkschaft von Sao José dos Campos in Brasilien

Auf ihrer Homepage machen sie den Kampf in Bochum bekannt. Sie stehen selbst vor der Ankündigung, dass Ende Januar im GM-Werk 1.800 Arbeiter entlassen werden sollen. Gespräche mit der Regierung und mit GM haben nichts eingebracht. Deshalb treten sie auch für den gemeinsamen Kampf konzernweit ein. Sie werden darüber auf ihrer Vorstandssitzung am kommenden Dienstag beraten.

(Link zur Website mit den Informationen über Bochum)

13.12.12 (13.00 Uhr) - Klasse 8 d der Anne-Frank-Realschule in Gladbeck

Hallo liebe Opelbelegschaft,

wir haben davon gehört, dass das Opelwerk in Bochum geschlossen werden soll. Aus diesem Grund möchten wir euch gerne unterstützen, um das Werk erhalten zu können und alle Arbeitsplätze zu retten. Wir würden auch mit euch protestieren. Außerdem liegt es uns sehr am Herzen, weil wir dort auch gute Ausbildungsplätze finden. Wir wünschen euch trotz dieser Umstände eine frohe Weihnachtszeit.

Liebe Grüße an euch und eure Familien von der Klasse 8 d der Anne-Frank-Realschule aus Gladbeck.

Unterschrieben von 22 Schülerinnen und Schülern

13.12.12 (11.20 Uhr) - Kollegen der Betriebsratsgruppe "Offensive Metaller" bei Daimler und des Solikreises für die Daimler-Kollegen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Auftrag von Daimler-Kollegen, der Betriebsratsgruppe "Offensive Metaller" und des Solikreises für die Daimler-Kollegen übersende ich euch unsere Solidaritätserklärung.
Wir haben gestern im Betrieb darüber beraten und Unterschriften gesammelt und am Abend auf der Weihnachtfeier der Offensive Metaller gemeinsam mit dem Solidaritätskreis für die Daimler-Kollegen die beiliegende Erklärung einstimmig beschlossen. (Solidarität Daimler mit Opel)

Viel Erfolg im gemeinsamen Kampf um jeden Arbeitsplatz wünscht euch

Mit freundlichen Grüßen
Volker Kraft
Betriebsrat und Schwerbehindertenvertreter

13.12.12 (8.30 Uhr) - Arbeitskreis "Automobil-/Zuliefer-Industrie Zwickau/Südwestsachsen"

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

wir, Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises "Automobil-/Zuliefer-Industrie Zwickau/Südwestsachsen" senden Euch herzliche und solidarische Grüße!

Wir haben erfahren, dass General Motors plant, Euer Werk 2016 zu schließen. Offenbar sollen nun die Beschäftigten Probleme dieses Weltkonzerns ausbaden und unter dem Motto "Abbau von Überkapazitäten" die Zeche zahlen. Wir wissen aus unserer Region, dass es hier nicht "nur" um die rd. 3000 Arbeitsplätze direkt bei OPEL geht: tatsächlich wären von einer Werksschließung Tausende betroffen, auch Zulieferbelegschaften, die Familien aller Kollegen bis hin zum Einzelhandel! Deshalb ist es richtig und notwendig – gerade auch im Interesse unserer Kinder – um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen! Unsere Unterstützung und Solidarität habt Ihr!

Wir sind zudem empört darüber, dass auf der Belegschaftsversammlung am 10.12.2012 ein IG Metall-Vertrauensmann von privaten Security-Leuten tätlich angegriffen wurde, als er den OPEL-Vorstand zur Rede stellen wollte. Sind wir etwa schon so weit, dass man uns als IG Metaller wie Kriminelle behandeln darf, wenn wir für unsere Interessen einstehen?! Das darf nicht Schule machen – wir fordern mit Euch von OPEL eine offizielle Entschuldigung für diesen unglaublichen Vorfall.
Haltet uns weiter auf dem Laufenden – Glück auf!

Mit solidarischen Grüßen

Andreas Kinder (Betriebsrat bei Continental Automotive GmbH in Limbach-Oberfrohna), Andreas Renzikowski (Betriebsrat bei Salzgitter Hydroforming GmbH in Crimmitschau), Olaf Paul (Betriebsrat bei Voith Industrial Services GmbH in Chemnitz), Torsten List (Betriebsrat bei VW Sachsen GmbH Motorenwerk Chemnitz), Sandra Sass/Holger Hohmann (Betriebsräte bei ISE Industries Hainichen GmbH), Winfried Fürstenau (Betriebsrat bei Automobilmanufaktur Dresden GmbH), Reiko Mothes (Betriebsrat bei Johnson Controls - Objekt Zwickau GmbH), Manfred Zabel/Birgit Krumbiegel (Betriebsräte bei Autoliv Sicherheitstechnik GmbH in Döbeln), Veit Möckel (Betriebsrat bei MKB Misslbeck Konstruktions- u. Betriebsmittelbau GmbH & Co.KG in Zwickau), Michael Uhlemann/Heiko Weiß (Betriebsräte bei Bosal Oris Sachsen GmbH in St. Egidien), Uwe Hofmann (Betriebsrat bei GKN Driveline Deutschland GmbH in Mosel)Marcel Radke (Betriebsrat bei Oerlikon Balzers GmbH in Stollberg), Alrun Fischer/Sissy Morgenroth/Silke Sachse (IMU-Institut Dresden)

12.12.12 (23 Uhr) - Solidaritätserklärung der Belegschaftsversammlung von ThyssenKrupp Nirosta Bochum

Liebe Kollegen und Kolleginnen bei Opel,

wir sind schockiert über das endgültige Aus für das Opelwerk in Bochum und den damit verbundenen Verlust von über 3.000 Arbeitsplätzen. Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation, da auch unsere Arbeitsplätze nach 2016 ungewiss sind. Das ist nicht zu akzeptieren und bedeutet für die Stadt Bochum einen Kahlschlag. Es gibt keinen sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau: wir brauchen jeden Arbeitsplatz für uns und unsere Kinder. Um dagegen vorzugehen, brauchen wir den engen Schulterschluss zwischen den einzelnen Belegschaften. Wir stehen euch jederzeit solidarisch zur Seite.

Eure Kollegen von ThyssenKrupp Nirosta

Einstimmig beschlossen auf der Belegschaftsversammlung am 12.12.12.

12.12.12 (22 Uhr) - Der Bundesvorstand des Frauenverbands Courage e.V. schreibt: 

Liebe Frauen,

wie ihr aus den Medien gehört habt, ist am Montag auf der Betriebsversammlung die Schließung des Opelwerks in Bochum 2016 ausgesprochen worden. Wir sind sehr empört darüber und gleichzeitig sagen wir: "Kampf um jeden Arbeitsplatz!"; deshalb solidarisieren wir uns mit den Opelaner/innen und ihre Familien. Unser Frauenverband unterstützt euren Kampf voll und ganz!

Lange genug kennt ihr es, in Sorge zu leben, was aus dem Arbeitsplatz wird, ob das Geld reicht, was aus unserer natürlichen Umwelt werden soll, müsst z.T. übelstes Mobbing ertragen. Eure BASTA-Frauen sagen genau richtig: "Es reicht! Rote Karte für Werksschließungen bei Opel und anderswo - Kein Verzicht!" 

In dem Moment, wo wir den Kampf aufnehmen, unsere eigene Rechnung aufmachen, sind wir bereits ein Stück freier. Dafür habt ihr unsere volle Solidarität. Ihr kämpft damit nicht nur für euch und eure Familien, sondern auch für eine ganze Region. Wo sollen unsere Kinder denn später noch arbeiten? Bei Nokia? Im Bergbau? Oder in den immer weiter zusammen gestrichenen kommunalen Einrichtungen?

Und ihr setzt auch ein wichtiges Signal weltweit - dass wir uns nicht mehr abfinden wollen mit einem System, dass unsere Arbeit und unser Leben mit Füssen tritt, das unsere natürliche Umwelt und die Zukunft unserer Kinder zerstört, weil alles gnadenlos den Profitinteressen einiger weniger untergeordnet wird. Dafür müssen wir uns noch enger zusammenschließen - Arbeiter, Frauen, Jugendliche, weltweit. Euer Kampf ist genau richtig. Wir machen ihn bekannt, organisieren Solidarität, schließlich haben wir uns auch beteiligt, einen LKW der Solidarität von Deutschland aus zu den kämpfenden griechischen Stahlarbeitern zu bringen!

Glück Auf! 

Wir möchten euch alle dazu aufrufen, euch an die Aktionen zu beteiligen, zu unterstützen, solidarisieren. Am Samstag ist der "Tag der Solidarität".  Treffpunkt zur Werksbesichtigung ist um 13 Uhr (!) draußen vor dem Tor 1 (Opel-Ring) direkt an der Pförtner-Loge. Am Schild von BASTA.

Herzliche Grüße
I.A Seyran Cenan

12.12.12 (21 Uhr) - Solidaritätsadresse der Wählerinitaitive aus Altschwerin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben heute unsere Wählerinititive zur Kandidatur der MLPD Mecklenburg-Vorpommern und ihrer Direktkandidatin Barbara Schilke zu den Bundestagswahlen gegründet. Mit Empörung haben wir von dem menschenverachtenden Auftritt der Opel-Geschäftsführung bei der eiskalten Bekanntgabe des Vorstandsbeschlusses zur Schließung des Werkes in Bochum 2016 auf eurer Betriebsversammlung gehört. Das sich der Vorstand durch Polizei und  betriebsfremde, getarnte Security-Kräfte schützen ließ, zeigt, dass GM seine Arbeiter wie Kriminelle behandelt. Das zeigt auch das gewaltsame Vorgehen gegen den Leiter eures gewerkschaftlichen Vertrauenskörpers.

Wir finden es toll, dass gleich am nächsten Tag eine Gruppe von Kollegen die richtige Antwort darauf mit einem selbständigen Streik und einer kämpferischen Demonstration gegeben hat. Wir wollen euren Kampf gegen die Schließung des Werks und um jeden Arbeitsplatz hier bei uns bekannt machen und nach Kräften unterstützen.

Hier bei uns sind es die Werften, die platt gemacht werden sollen. Auch die Bauern kämpfen um ihre Existenz gegen die Abschaffung der Milchquote. All diese Maßnahmen haben eines gemeinsam: Damit will das internationale Finanzkapital die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auf uns Arbeiter und Werktätige abwälzen. Unsere Existenz und die Zukunft unserer Jugend ist ihnen egal.
Die MLPD und ihre Freunde und Unterstützer stehen unverbrüchlich, radikal und revolutionär an der Seite jeder kämpfenden Belegschaft. Mit unserer Kandidatur zu den Bundestagswahlen wollen wir als konsequente sozialistische Alternative zu diesem krisenhaften imperialistischen Weltsystem antreten.

Wir wünschen eurem Kampf vollen Erfolg!

Mit solidarischen und kämpferischen Grüßen,
Die MLPD-Wählerinitiative Barbara Schilke 

12.12.12 (20.30 Uhr) - Die bundesweite Montagsdemonstrationsbewegung erklärt den Kollegen von Opel Bochum und ihren Familien ihre uneingeschränkte Solidarität

Mit Empörung haben wir erfahren, dass der GM-Vorstand auf der Belegschaftsversammlung am 10.12.12 die Schließung des Werks 2016 bekannt gegeben hat und dann nicht einmal mehr für Fragen zur Verfügung stand. Feige machte er sich aus dem Staub und war nicht mal bereit, sich die Sorgen und Vorschläge der Betroffenen anzuhören. Die Belegschaft dagegen wurde wie Kriminelle behandelt. Betriebsfremde getarnte Security-Kräfte hatten sich unter die Belegschaftsversammlung gemischt. Im Foyer waren uniformierte Polizisten. Gegen den Leiter des Vertrauenskörper wurde von Bodyguards gewaltsam vorgegangen als er von GM-Chef Sedran verlangte, sich den Fragen der Belegschaft zu stellen.

Für Maximalprofite von GM sollen tausende Arbeitsplätze vernichtet werden. Wo sollen die Opelaner noch Arbeit finden? Soll es ihnen wie den tausenden Schlecker-Frauen gehen, die bis heute keine Arbeit gefunden haben? Und danach Hartz IV. Das ist nicht zu akzeptieren!

Konzerne können einfach tausende Arbeitsplätze vernichten und tausende Familien in die Armut schicken und die Betroffenen sollen sich nicht mal wehren dürfen. Denn in unserem sich so demokratisch gebenden Deutschland gibt es bis heute kein gesetzliches Streikrecht. Für dieses demokratische Recht setzt sich die bundesweite Montagsdemonstrationsbewegung ein.

Wir werden euch in eurem Kampf um jeden Arbeitsplatz unterstützen und bundesweit Solidarität organisieren. Wer kämpft, bekommt Solidarität, das ist unsere Erfahrung. Nur wer kämpft, kann gewinnen!

i.A. Fred Schirrmacher und Ulja Serway

12.12.12 (15.30 Uhr) - Bei PSA Aulnay steht die Produktion still

Paris (Korrespondenz): Heute, am 12. Dezember 2012, streikten die Arbeiter des Werks Aulnay erneut und blockierten den Eingang des PSA-Werks in der Stadt Poissy. Die Direktion von PSA Peugeot-Citröen hat gestern, am 11. Dezember, bekannt gegeben, dass insgesamt 11.214 Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Und zwar in der Zeit zwischen Mai 2012 und Mitte 2014. Zu den 8000 Arbeitsplätzen des PSA-Plans kämen 1.500 "natürliche Abgänge" hinzu, die nicht ersetzt werden. Angesichts der Krise und der zahlreichen Entlassungspläne in Frankreich ist die Aussicht, anderswo erneut Arbeit zu finden, gering.

Etwa 250 Arbeiter protestierten sofort gegen die geplanten Entlassungen und die angekündigte Schliessung des Werks Aulnay. Sie wollen ihre Arbeitsplätze verteidigen und ein Transparent mit der Aufschrift „NON à la fermeture de PSA Aulnay“  (Nein zur Werksschließung von PSA Aulnay!) wurde vorangetragen. Im Werk Aulnay selbst streikten heute weitere Arbeiter, so dass die Produktion vollständig still stand. 

Hier ein aktuelles Video

Einige Gewerkschaften (CGT, SIA) - leider nicht alle - unterstützen die Aktion vor dem Gebäude, wo die PSA-Chefs heute die Beratung ihrer Ausbeutungspläne fortsetzten. Die Linie der Gewerkschaftsführer im Werk ist jedoch widersprüchlich: So war die Rede von: "Keiner soll entlassen werden - wir verlangen Umsetzungern für alle." Damit akzeptiert man aber doch die Werksschließung?! Umsetzungen für alle zu fordern ist doch eine Illusion.

Wir machten von der OCML-VP den Streik im Opel-Werk Bochum bekannt und interviewten Kollegen für unsere Zeitung "Partisan", wie der Kampf weitergehen soll. Die Freude über den Streik in Bochum war groß und die Zielsetzung der kämpferischen Opel-Kollegen, zum gemeinsamen Kampf aufzurufen wurde sehr begrüßt: "Weltweit muss der Kampf geführt werden“, meinte ein Kollege. Die Enttäuschung über die neue sozialdemokratische Regierung Hollande ist groß und mehr als einmal bekamen wir Zustimmung, dass sich grundsätzlich etwas ändern muss. "Eine Revolution? Ein neuer Mai 68 - das wäre richtig!“

Wie in Frankreich Tradition, ging es dann etwas härter zur Sache: Die Büros des Angestelltengebäudes  wurden gestürmt und einige Blumentöpfe flogen durch die Luft. Die Werkssicherheit hatte jedoch wohl Anweisung sich zurückzuhalten und nicht noch mehr Öl ins Feuer zu giessen, so dass es zu keiner Auseinandersetzung kam. Heute Nachmittags wurde dann noch mit einer Demonstration in der Stadt der Kampf breiter unter der Bevölkerung bekannt gemacht.

12.12.12 (10 Uhr) - Heute Aktionstag der Renault-Arbeiter und Streik der PSA-Arbeiter von Aulnay

Paris (Korrespondenz): Heute, am 12. Dezember, ist in allen Renaultwerken Frankreichs Aktionstag gegen die Pläne der Direktion den Konkurrenzkampf gegen seine Konkurrenten zu verschärfen d.h. die Ausbeutung zu verschärfen mit Einfrieren der Gehälter, noch mehr Flexibilität und Arbeitszeitverlängerung auf den Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. Die PSA-Arbeiter sind zur gleichen Zeit erneut auf der Strasse und streiken gegen die Stillegung des Werks Aulnay.

Hier eine Übersicht über die Streiks und Aktionen in Frankreich:
CLEON appel à 2 heures le 12 décembre pour les équipes normale et matin /équipes après midi et nuit
FLINS Arrêt de travail de 2 heures pendant le temps de travail dans toutes les équipes et pétition contre le projet d'accord Compétitivité.
RUEILl appel commun avec Sud à 1heure mercredi de 10h à 11h (voir tract)
Villiers Saint Frédéric Appel à 1 heure de 10 à 11 le 12 décembre
GUYANCOURT: appel CGT/Sud et SDMY (CFTC) à 1h de grève de 10H à 11H. 
DOUAI  Appel pour le 12 décembre 
LARDY  appel Cgt /Sud  
SANDOUVILLE Appel à un arrêt de travail de 2 heures le 11 décembre 2012

12.12.12 (8.50 Uhr) - Erklärung der Vertrauenskörperleitung von Opel Eisenach

Liebe Kolleginnen und Kollegen in Bochum,

die Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei Opel Eisenach erklärt sich angesichts der Pläne des Vorstandes zur Arbeitsplatzvernichtung uneingeschränkt solidarisch mit eurem Kampf um jeden Arbeitsplatz. Wir wünschen viel Kraft und Durchhaltevermögen und sichern euch auch im Namen unserer Vertrauensleute und Gewerkschaftsmitglieder unsere Unterstützung zu. Wer kämpft, kann gewinnen!

Eure VKL Eisenach

12.12.12 (7 Uhr) - Solidaritätsgrüße aus Zaragoza (Spanien) und von GM Brasilien

Ein erster Solidaritätsgruß kam aus Zaragoza von dem Kollegen, der am 28. Juni bei den Opelanern in Bochum war:

"Wir werden in Kürze eine Solidaritätsbotschaft schicken und die spanischen Arbeiter über die situation im Werk Bochum informieren. Dieser Angriff darf nicht ohne Antwort bleiben! Die Kollegen in Bochum weiter sind nicht allein im Kampf.

Eine Umarmung von Luis Aparicio"

Auch aus Brasilien wird eine Soli-Botschaft angekündigt. Sie übersetzen gerade die Mitteilungen der Opelaner ins portugiesische.

11.12.12 (23 Uhr) - Hier ein Video zur Schließung des Opel-Werkes