Betrieb und Gewerkschaft

"Opel ist überall, auch in Bruchsal"

Bruchsal (Korrespondenz), 14.12.12: 600 bis 700 Arbeiter demonstrierten gestern nach der Betriebsversammlung durch die Innenstadt Bruchsals zur Kundgebung auf dem Marktplatz. Auf dem Haupttransparent trugen die Nokia-Siemens-Networks-Kollegen die Zahl "650" und den Satz: "Hinter jeder Zahl steht ein Mensch". Hinter jeder Zahl steht auch noch eine Familie. 

Wenn NSN in Bruchsal zu macht, dann sind laut Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Ernst Färber noch einige tausend Arbeitsplätze in der Region gefährdet. Aus diesem Grund waren neun Bürgermeister vertreten. Aus allen Dörfern der Umgebung kommen Kollegen zu NSN, aber auch Delegationen aus allen Metallbetrieben der Region.

Der Betriebsratsvorsitzende sagte in seiner Ansprache: "Opel ist überall – auch in Bruchsal."  Und weiter: "Unsere Solidarität gilt auch den Opel-Arbeitern. Bochum hat auch Erfahrungen mit Nokia gemacht. Auch das verbindet Bruchsal und Bochum." Er erhob in seiner Rede schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung von NSN, die sich nicht an den Standortvertrag halten will. Immer wieder erschallte die Parole: "Wir bleiben hier, darum kämpfen wir!" Ziel ist der Erhalt aller Arbeitsplätze. Angegriffen wurde auch die Kahlschlagpolitik von Siemens. Auch in diesem Konzern sollen viele Arbeitsplätze vernichtet werden.

Das Auftreten des NSN-Managements in Bruchsal war ähnlich wie bei Opel in Bochum. Schwarze Limousinen brachten drei Personen der Geschäftsleitung aus München. 30 Security-Leute sicherten den reibungslosen Abgang. Klappe zu – Affe tot? So leicht werden die NSN-Kollegen nicht beigeben.

In Gesprächen mit ihnen wurde deutlich, dass noch ein Programm fehlt, wie weiter gekämpft werden kann. Da muss auf jeden Fall eine Schippe drauf gelegt werden, wenn der Kampf erfolgreich enden soll. Nur um den Standortsicherungsvertrag zu verhandeln, ist zu wenig. Mit Prozessen vor dem Arbeitsgericht werden die Arbeitsplätze nicht verteidigt.