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Südafrika: Rätsel um den Tod eines Marikana-Arbeiters

15.12.12 - Einer der überlebenden Bergleute des Marikana-Massakers in Südafrika wurde erhängt aufgefunden. Er gehörte zu den Streikfenden der Lonmin-Platinmine bei Rustenberg und wurde nach dem Massaker verhaftet. Wie die südafrikanische Tageszeitung "Mail & Guardian" berichtet, haben seine Kollegen Zweifel daran, dass der 34-jährige Kumpel Marvellous Mpofana sich selbst getötet hat. Er hatte noch vor, Ende Dezember zu heiraten.

Marvellous wurde bei dem Massaker am 16. August 2012 verletzt und musste an Krücken gehen. Merkwürdig ist der Umstand, dass sich seine Krücken an der entgegengesetzten Wand der Zimmers befanden, in dem sein Schwager seine Leiche fand. Marvellous war nach dem Massaker noch einmal ausgerutscht und hatte sich schwer am Schienbein verletzt und konnte nicht ohne Krücken laufen. Schon gar nicht wäre es ihm möglich gewesen, auf einen Stuhl zu klettern, um sich zu erhängen.

Die Polizei hatte schon zuvor gezielt versucht, Zeugen zu bedrohen. Marvellous war einer der Kumpels, denen die Polizei nach dem Massaker eine Waffe untergeschoben hatte ("rf-news" berichtete).