Betrieb und Gewerkschaft

Beschäftige der Provinzial protestieren gegen Verkauf

Münster (Korrespondenz), 17.12.12: Im Münsterland hat sich ein breiter Widerstand der Beschäftigten der Provinzial-Nord-West-Versicherung gegen den Verkauf der Provinzial Nord-West an die Allianz enbtwickelt. Wochenlang sammelten sie Unterschriften gegen den Verkauf. Insgesamt wurden 150.000 Unterschriften gesammelt. Der Vorstandsvorsitzende der Provinzial Nord-West, Ulrich Rüther, war laut Zeitungsberichten angeblich von einem frustrierten Mitarbeiter der Provinzial mit einem Schraubendreher angegriffen und mit sechs Stichen verletzt worden. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass er sich die Verletzungen selbst zugefügt hatte.

Zum Abschluss der Unterschriftensammlung fand in Münster eine Großdemonstration der Provinzial-Beschäftigten statt. Etwa 5.000 Beschäftigte demonstrierten am vergangenen Freitag in Münster gegen den Verkauf und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Auch die Gewerkschaft Ver.di unterstützte diesen Protest. Sie zogen von der münsterischen Provinzial an der Kanalstraße bis zur LWL-Zentrale. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist mit 40 Prozent an dem Besitz der Provinzial beteiligt.

Auf der Demonstrationsstrecke waren mehrere Verpflegungsstände, an denen die Demonstranten sich versorgten. "Vom ersten Tiefpunkt nach dem Bekanntwerden hat sich das ins Kämpferische verschoben", sagt Stefan Kube, ein Abteilungsleiter der Provinzial zuversichtlich. Auszubildende protestierten mit Festangesellten gemeinsam! Auch aus der Bevölkerung kam eine breite Solidarität mit den Demonstranten.