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Streik bei PSA in Aulnay ausgesetzt

21.05.13 - Die Streikleitung bei PSA Aulnay veröffentlicht eine Erklärung zur Aussetzung des Streiks. Darin heißt es unter anderem:

"Am 17. Mai 2013 haben die Beschäftigten bei PSA Aulnay entschieden, den seit vier Monaten (seit dem 16. Januar) dauernden Streik auszusetzen ... Für alle bleibt die Schließung des Werks inakzeptabel und ungerechtfertigt.

Die Werksschließung bedeutet soziale Vergeudung mit verheerenden Folgen für die Region. Wenn die Beschäftigten sich entschieden haben, den Streik auszusetzen, haben sie damit nicht ihr Recht aufgegeben, sich zu verteidigen.

Vier Monate waren Hunderte von Beschäftigen in der Lage, PSA in Schach zu halten, dessen Hauptaktionär, die Familie Peugeot, eine der mächtigsten und reichsten Familien Frankreichs ist. Die Streikenden hatten auch die Regierung gegen sich, die die Sache der Familie Peugeot und die Aktionäre verteidigt und den Staatsapparat gegen den Streik mobilisiert hat.

Vier Monate lang haben die Arbeiter gezeigt, dass es möglich ist, den Kopf oben zu behalten und gemeinsam zu kämpfen und sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn sie die Schließung der Fabrik nicht verhindern oder eine unbefristete Arbeit für alle und Vorruhestand ab 55 Jahren erkämpfen konnten. Dafür wäre ein breiter, allgemeiner Kampf erforderlich gewesen. Auf diesen langen Streik können die Hunderte von beteiligten Arbeitern wirklich stolz sein. ...

Die außerordentlich große Unterstützung von Zehntausenden von Werktätigen ist der schlagende Beweis, dass dieser Streik richtig war ...

Die Streikenden danken allen herzlich, die sie unterstützt und ihnen ermöglicht haben durchzuhalten (der Streik wurde in Frankreich und aus der ganzen Welt mit insgesamt 900.000 Euro an Spenden unterstützt - Anm. der Red.). Durch den Streik hatte PSA eine Reihe von Zugeständnissen machen müssen:

  • Für alle Beschäftigen die vom Sozialplan betroffen sind:
  • Die Prämie jenseits des gesetzlichen Minimums von sechs bis 12 Monaten.
  • Ältere Arbeitnehmer können den Vorruhestand 36 Monate statt bisher 30 Monate vorher nehmen.
  • Die restriktiven Kriterien für die 'Umzugsprämienbewegten' wurden nahezu aufgehoben.
  • Die Prämie für Versetzung wurde erhöht von steuerpflichtigen 5.000 Euro brutto auf nicht steuerpflichtige 5.000 Euro netto.

Zugeständnisse für die Streikenden von PSA Aulnay:

  • Wiedereinstellung von vier Mitarbeitern, die schändlicherweise entlassen worden waren. Sie profitieren von den Maßnahmen des Sozialplans oder der Möglichkeit, bei der RATP, SNCF oder ADP angestellt zu werden.
  • Stornierung der Entlassungen von Vertrauensleuten.
  • Annullierung aller Straf- und Disziplinarverfahren.
  • Schriftliche Garantien für Versetzungen.
  • Eine zusätzliche Pauschale für diejenigen, die das Unternehmen vor dem 31. Mai verlassen wollen. Die Streiktage werden nicht berücksichtigt für die Zahlung der Kurzarbeit, die Berechnung des 13. Monat oder des bezahlten Urlaubs oder Feiertage, was die finanziellen Verluste durch den Streik erheblich mindert.

Der Streik bleibt die beste Waffe der Arbeiter!

Jean-Pierre Mercier

Gewerkschaftlicher Vertrauensmann der CGT PSA Aulnay"