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Pfingstjugendtreffen im Zeichen des Internationalismus

Pfingstjugendtreffen im Zeichen des Internationalismus
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20.05.13 - Das 16. internationale Pfingstjugendtreffen ging gestern Nacht zu Ende. Der Koordinierungsausschuss zieht eine durchweg positive Bilanz: "Wir haben ein tolles Wochenende erlebt mit einer einmaligen solidarischen Atmosphäre. Die Zukunft der Jugend stand bei all dem im Mittelpunkt unseres selbstorganisierten Festivals. Es war ein Forum, in dem diskutiert wurde, wie dieser Kampf um die Zukunft der Jugend aussehen muss, was er umfasst, was die Fragen und Wünsche der Jugendlichen sind. Und es war ein tolles Fest für die ganze Familie, mit Kinderaktivitäten, Sport, Kultur, usw.", fasst Gitta Wester zusammen.

Ca. 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei der Gesprächsrunde zu Opel gezählt. Vertreter verschiedener Autobelegschaften erklärten ihre Solidarität. So Daimler-Arbeiter aus Stuttgart und Düsseldorf, Opelaner aus Rüsselsheim und Eisenach so wie von VW und Ford. Zahlreiche Teilnehmer versprachen Unterstützung in jeder Hinsicht, unter anderem Kinder der ROTFÜCHSE-Kinderorganisation übergaben Spenden für die Streikkasse.

Auf dem Podium saß die "Offensiv"-Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann, Ersatzbetriebsrat Steffen Reichelt, Vertreter/innen des Soli-Kreises, der "Basta"-Frauen und weitere Opelaner aus Lehrwerkstatt und Betrieb. Stefan Engel war als Berater wichtiger Streiks im Ruhrgebiet, nicht zuletzt des Opel-Streiks von 2004, dabei. Er wies darauf hin, dass der anstehende Streik der Bochumer Opel-Arbeiter das Zeug zur "größten Klassenauseinandersetzung seit dem 2. Weltkrieg" hat.

Am Sonntag Abend präsentierten sich die internationalen Teilnehmer aus Argentinien, Haiti, Ungarn, Slowakei, Philippinen, Niederlande, Sudan, Tunesien und der Schweiz auf der Bühne. Große Gruppen von Migrantenverbänden und migrantischen Zusammenschlüssen waren aktive Träger des gesamten Festivals und gestalteten das Wochenende mit. Darunter die ATIF, YDG, Partizan, die anatolische Föderation, Bir Kar und ihre Jugendorganisation, Yek-Kom, der kurdische Studentenverband YXK und das Komitee für die Freiheit Abdullah Öcalans, die ADHF, "Trotz alledem", der Arbeitskreis Palästina NRW, libanesische und peruanische Migranten - jeweils mit Essensständen - sowie philippinische Migranten gemeinsam mit den Deutsch-Philippinischen Freunden (DPF).

Am Rande des Treffens berichtete ein Genosse der Patriotischen Sozialistischen Revolutionären Partei Tunesiens gegenüber der "Roten Fahne" von den dramatischen Ereignissen in seinem Heimatland am 19. Mai. Die bürgerlichen Medien schreiben von einer Auseinandersetzung zwischen Salafisten und Polizeikräften. Der Genosse schilderte aufgrund persönlicher Informationen ein ganz anderes Bild:

"Am 19. Mai sind Studenten, die den Linksparteien angehören, auf die Straße gegangen. Diese Demonstration ist von Salafisten, die eng mit der Ennahda-Partei zusammenarbeiten, angegriffen worden. Die Salafisten werden von der regierenden Ennahda-Partei als Schlägertruppen benutzt. Es hat am Samstag auf allen Seiten Tote gegeben! Die Studenten forderten einen kostenlosen Nahverkehr, bessere Wohnbedingungen Stipendien für arme Studenten."

Der Sonntag Abend klang erneut mit starken Gefühlen der internationalen Solidarität aus. Bis spät in die Nacht wurde gefeiert. "Gehörwäsche" aus Köln und "Adama&Kids and the Sunshine Reggae" lockten mehrere Hundert Menschen vor die Bühne. Am Ende waren sich viele einig: So eine freundschaftliche Atmosphäre wollen sie wieder erleben und selbst mitgestalten. Gitta Wester weiß: "Nach dem Pfingstjugendtreffen 2013 ist vor dem Pfingstjugendtreffen 2015. Dazu laden wir schon jetzt herzlich ein!"

Ein Bildreport zum Pfingstjugendtreffen findet sich hier