Betrieb und Gewerkschaft

Wie Daimler über Werkverträge die Löhne drückt

Stuttgart (Korrespondenz), 24.05.13: Nachdem dies in der Belegschaft schon länger bekannt und bekämpft wurde, hat erst jetzt eine ARD-Dokumentation zu großen Protesten in der breiten Öffentlichkeit geführt. Der Reporter Jürgen Rose ließ sich als Leiharbeiter bei der Logistikfirma Preymesser anstellen, mit der Daimler einen Werksvertrag hat. Am Fließband arbeitete er für 8,19 Euro neben Kollegen aus der Stammbelegschaft, die das Dreifache verdienen. Mit solchen Werksverträgen kann Daimler die Leiharbeiter-Löhne nochmals deutlich drücken.

Inzwischen liegt dazu sogar eine Strafanzeige gegen Daimler-Chef Dieter Zetsche vor. Die aktuelle Auseinandersetzung belebt den Kampf in der Belegschaft gegen die Politik der Spaltung und Verschärfung der Ausbeutung durch den Vorstand. So haben sich im Januar 180 Kollegen aus der Schmiede im Kampf gegen die Entlassung von Leiharbeitern an den Betriebsrat und Bundestagskandidaten der MLPD/Offene Liste, Volker Kraft, gewandt.

Die jetzt breit bekannt gewordenen Zustände werfen aber auch ein Licht auf die Politik der "Agenda 2010" mit Hartz IV als Herzstück, für die CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne stehen. So bekam Jürgen Rose aufstockendes Hartz IV, mit dem die Masse der Steuerzahler dafür aufkommt, dass Menschen mit solchen Dumpinglöhnen überhaupt existieren und Konzerne wie Daimler riesige Extra-Profite machen können.

Weg mit den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010! Für die Festeinstellung aller Leiharbeiter!

Am Sonntag, 26. Mai um 15 Uhr, findet zu diesem Thema das Treffen der Wählerinitiative "Volker Kraft und Peter Bäuerle" statt - in Stuttgart: ABZ Süd, S-Untertürkheim, Bruckwiesenweg 10; in Sindelfingen: Grill/Spielplatz am Goldbach, Königsbergerstraße.