Wirtschaft

Wie Amazon Hartz-IV-Empfänger als Lohndrücker einsetzt

St. Goar (Korrespondenz), 04.01.13: Gestern haben wir wieder einen Stand in Boppard gemacht und dabei etwa 20 Unterschriften für die Opelaner bekommen. Einer der Unterzeichner verwies uns auf die ARGE, denn dort sei "momentan Anstehen angesagt". Ich betrat das ARGE-Gebäude und sah tatsächlich eine Menschenschlange. Auf meine Frage im Vorbüro, warum dies so sei, antwortete man mir ganz offen:

"Seit Mitte 2012 machte Amazon Koblenz große Reklame und baute in Koblenz einen Umschlagplatz auf, der über 3.000 Beschäftigte umfassen sollte. Wir haben etwa 500 Hartz-IV-Empfänger dorthin vermittelt, von denen die meisten ab Anfang November dort anfingen. Hierzu gab es seitens des Jobcenters Infotage und sie wurden auch eingearbeitet. Auch sollten Shuttle-Busse vom Koblenzer Hauptbahnhof aus eingesetzt werden.

Das letztere entpuppte sich als Unwahrheit und zu Ende des Jahres wurden von den dort insgesamt 3.300 Beschäftigten nur noch knapp 1.000 Mitarbeiter behalten. In den kurzen Mittagspausen wurde bereits mitgeteilt, wer bleiben 'darf' und wer nicht. Zudem war der Stundenlohn, knapp mit 10 Euro bemessen, um 2 Euro herabgesetzt worden - dies ohne Begründung und von Anfang an. Außerdem hat externes Sicherheitspersonal über die Arbeiter gewacht."

Eine Stellungnahme von Amazon gibt es nicht, da man sich nicht veranlasst sieht, Außenstehenden Einblick in die Firmenpolitik zu geben.