Umwelt

"Ein Land mit braunem Himmel und gefährlicher Luft"

16.01.13 - "Ein Land mit braunem Himmel und gefährlicher Luft ist offensichtlich nicht schön", schreibt die chinesische Nachrichtenagentur "Xinhua" gestern über den schlimmsten Smog, den die Hauptstadt Peking und andere Städte des Landes je erlebt haben und der seit vergangenen Donnerstag auf den Menschen lastet. In Peking z.B. liegen die Werte des besonders gefährlichen Feinstaubs, dessen Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer sind, bei 500 bis 700 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, teilweise sogar noch höher. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt als gesundheitsschädigenden Grenzwert 25 Mikrogramm pro Kubikmeter an.

Wenn die Atemluft so belastet ist, gibt es verstärkt Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs und vorzeitige Todesfälle. Mit Atemmasken versuchen die Menschen in Peking, sich zu schützen. Die Regierung hat 58 Unternehmen in Peking angewiesen, ihre Produktion um 30 Prozent zu drosseln, Baustellen wurden teilweise stillgelegt, ein Drittel der Dienstwagen wurde aus dem Verkehr gezogen, der Sportunterricht im Freien eingestellt usw. Bisher wird der Smog dennoch immer dicker.

Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft.jpgDie Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen in China geht rasant voran. Das ist das Ergebnis der skrupellosen Profit- und Machtgier der bürokratischen Kapitalistenklasse, die sich nach dem Tod Mao Zedongs im Gewand der "Kommunistischen Partei" an die Spitze des Landes gesetzt hat. Nicht nur das Profitstreben des chinesischen Finanzkapitals, sondern auch das der anderen Imperialisten, die allein im Jahr 2010 1,7 Billionen US-Dollar in China investiert haben, sorgt für einen rücksichtslosen Raubbau an der Natur.

Wie kann die Versorgung mit elektrischer Energie zu 100 % aus regenerativen Quellen erfolgen? - CoverNach einer Studie der Universität Peking erreichen nicht einmal ein Prozent der 500 größten chinesischen Städte den Feinstaub-Grenzwert der WHO. Die CO2-Emissionen Chinas haben inzwischen fast den Wert der EU erreicht. 43 Prozent der Flüsse sind nach Angaben einer Regierungskommission im letzten Jahr so verschmutzt, dass Menschen nicht in Kontakt mit dem Wasser kommen sollten. 620 Kohlekraftwerke verpesten die Luft, 363 neue sind derzeit im Bau ("www.wiwo.de", 19.12.2012).

Inzwischen kritisieren selbst regierungsnahe Medien diese Entwicklung und in der chinesischen Zeitung "Global Times" forderte Professor Pan Xiaochuan von der Universität Peking einen energischeren Umweltschutz, "ansonsten kann China den Ausbruch von Umweltunruhen oder Protesten wegen Gesundheitsproblemen erleben". Tatsächlich nehmen Proteste gegen die Zerstörung der natürlichen Umwelt in China deutlich zu. Zwischen 2010 und 2011 stieg die Zahl der Umweltmassenproteste dort um 120 Prozent ("Chinese Society for Environmental Science", "rf-news"-Bericht vom 29.10.12).

Im Kampf gegen die neuen Herrscher Chinas kann die Erinnerung an Mao Zedong den Volksmassen helfen, ihren Kampf mit der Perspektive eines neuen Aufschwungs im Kampf für den Sozialismus zu verbinden – denn nur so wird es gelingen, weltweit den Zerstörern der natürlichen Lebensgrundlagen das Handwerk zu legen. In einem Statement in der aktuellen "Roten Fahne" sagt der Journalist Holger Strohm: "Mao war der erste Politiker der Neuzeit, der eine konsequente Umweltpolitik verfolgt hatte."

In Strohms Buch "Umweltschutz in der VR China" von 1978 wird im Vorwort aus einem Beitrag des US-Nobelpreisträgers George Wald zitiert: "Ich bin überzeugt, dass wir eine Reorganisation unserer Gesellschaft brauchen, eine tiefgreifende Reorganisation, eine Umkehr … Bei einer Reorganisation unserer Gesellschaft, wie ich sie mir vorstelle, wäre allerdings die wichtigste Reise nicht eine Reise zum Mond, sondern eine Reise nach China, um die Lösungen auf der politischen Ebene zu suchen. Die Lösung kann nur in der Form von politischer Macht gefunden werden, politischer Macht gehandhabt von Menschen, die ihr Leben wieder selber in die Hand nehmen wollen."

(Mehr zum Thema "Umweltschutz im Sozialismus" im Buch "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution")