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Bangladesch: Arbeiterbewegung, Frauenbewegung und Volkswiderstand im Aufschwung

17.01.13 - Gestern fand in Bangladesch ein halbtägiger Generalstreik gegen die Erhöhung der Treibstoffpreise statt. Das war die Antwort der Arbeiter- und Volksbewegung auf die staatlich verordnete Preissteigerung von Treibstoffen um neun Prozent. Im Land nehmen seit Wochen die Arbeiterkämpfe wieder einen Aufschwung. Bereits am 18. Dezember gab es einen landesweiten Generalstreik, der in Bangladesch Hortal genannt wird. Er legte das gesamte Geschäftsleben im Land lahm und wurde von neun linken politischen Parteien ausgerufen.

Vor allem Mitglieder der Kommunistischen Partei Bangladeschs, die zugleich ICOR-Mitglied ist, beteiligten sich führend an Straßenblockaden, Umzügen und kämpferischen Kundgebungen auf den Plätzen. Sie nahmen prägend Einfluss auf die Massendemonstrationen auf den Straßen und verhinderten auch, dass es zu spontanen Ausschreitungen kam, wie das früher öfter noch der Fall war.

Gefordert wurde unter anderem die Verhaftung und Bestrafung von Fabrikbesitzern, die für den Feuertod von hunderten Textilarbeiterinnen und -arbeitern verantwortlich sind. Weitere Forderungen berührten verbesserte Arbeitsplatz-Sicherheit, höhere Bezahlung und  Erweiterung von Gewerkschafts-Rechten. Mindestens 50 Fabriken im Zentrum der Textilindustrie des Landes waren geschlossen. 

Zu Jahresbeginn kam es aus Anlass der Vergewaltigung und Ermordung der jungen indischen Studentin in Delhi auch in Bangladesch - ebenso wie in anderen Ländern des indischen Subkontinents - zu einer Massenbewegung gegen Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen. Von dem Frauenbereich der Kommunistischen Partei Bangladeschs bekamen wir folgenden Bericht: 

"Eine Menschenkette und öffentliche Kundgebung, die von dem Frauenbereich der Kommunistischen Partei von Bangladesch (CPB) organisiert worden war, fand am 8. Januar vor dem Nationalen Presseclub in Dhaka, Bangladesch, statt. Die Menschen wurden aufgerufen, eine breite Massenbewegung gegen die zunehmenden Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen gegen Frauen aufzubauen. ... Die führenden Vertreterinnen verurteilten die zunehmende Zahl von Vergewaltigungen und Entführungen von Frauen, die zu den ethnischen Minderheiten gehören, einschließlich der Angehörigen von religiösen Minderheiten und der armen Bevölkerungsteile.

Die Sprecherinnen ergänzten, dass das Versagen der Regierung, die Vergewaltiger zu bestrafen, das bürgerliche Verständnis über Frauen, der kulturelle und moralische Verfall, die gegen Frauen gerichteten Haltungen, die durch die verschiedenen Regierungen, fundamentalistische und religiöse Fanatiker gefördert werden, eine ernste Situation geschaffen haben, die die Würde, Sicherheit und das Leben der Frauen in Ländern wie Bangladesch, Indien und Pakistan gefährdet."

Die Kommunistische Partei Bangladesch ist eng mit der MLPD befreundet und hat das gemeinsame Grundanliegen durch ihren Vertreter, Manzurul Ahsan Khan, auf dem Stuttgarter Parteitag in seinem Grußwort zum Ausdruck gebracht:

"Wir wissen, dass die grundlegenden Probleme, vor denen die Menschheit steht, nur gelöst werden können durch eine Revolution und das ist eine internationale sozialistische Revolution. Gegen die globale Aggression des Kapitals müssen wir einen globalen Widerstand aufbauen aller derjenigen, die unterdrückt und ausgebeutet sind. Wir Kommunisten müssen unsere internationalen Aktivitäten verstärken, auf eine qualitativ höhere Stufe, um voranzugehen zu Freiheit, Demokratie, Frieden und Sozialismus."