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Erpresserische Abstimmung bei Ford in Genk

Köln (Korrespondenz) 09.01.13: Am Montag, 7. Januar, hat bei Ford in Genk eine Abstimmung der Mitglieder der verschiedenen Gewerkschaften über die Wiederaufnahme der Arbeit nach einer längeren Phase der Kurzarbeit stattgefunden. Nach der Bekanntgabe der geplanten Schließung des Werks hatte es seit Oktober immer wieder Protestaktionen gegeben. Ein kämpferischer Teil der Belegschaft blockiert seitdem die Auslieferung von Fahrzeugen. 

Die Abstimmung über die Wiederaufnahme der Produktion wurde an die Bedingung geknüpft, diese Blockade zu beenden. Sie hätte in wenigen Tagen ernste Auswirkungen auf andere Ford-Betriebe und ein Werk von Volvo in Belgien gehabt. Für die Produktion einer bestimmten Stückzahl an Fahrzeugen versprach die Direktion im Gegenzug Prämien in Höhe von 25 bzw. 40 Prozent der Basisstundenlöhne. 

Angesichts dieser erpresserischen Methode sprach sich eine knappe Mehrheit von 54 Prozent für die Herstellung von 1.000 Fahrzeugen pro Tag an zunächst 40 Arbeitstagen aus. Das bedeutet natürlich alles andere als eine Zustimmung zur Werksschließung. Gegner der Abstimmung protestierten vor dem Saal, in dem die Stimmenauszählung statt fand.

Am Mittwoch, 9. Januar, wurde in belgischen Medien berichtet, dass bei Ford nur rund 65 Prozent der Arbeiter ins Werk gingen. 250 Gewerkschaftsaktivisten blockierten am frühen Morgen den Zugang zu vier Zulieferbetrieben, im späteren Tagesverlauf waren es immer noch rund 50. Zu Redaktionsschluss wurde bei den Zulieferern immer noch nicht gearbeitet. Dadurch kann es auch bei Ford in Genk selbst jederzeit wieder zu Produktionsstockungen kommen. 

"Rote Fahne" und "rf-news" werden weiter berichten.