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Heimtückischer Mord an kurdischen Frauen in Paris

Heimtückischer Mord an kurdischen Frauen in Paris
Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez

10.01.13 - Heute Nacht gegen 2 Uhr fanden Freundinnen drei Vertreterinnen des kurdischen Befreiungskampfes im Gebäude des Kurdischen Institutes in Paris ermordet auf. Bei den drei Frauen handelt es sich um Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez.

Sakine Cansiz hat 1978 als einzige Frau die kurdische Arbeiterpartei (PKK) mitgegründet und zählt zu ihren führenden Repräsentantinnen. Nach dem Militärputsch 1980 wurde sie 12 Jahre inhaftiert und hat mutig Widerstand gegen Folter und Unterdrückung geleistet. Sie lebte später als anerkannte Asylberechtigte in Paris. 2007 wurde sie bei einem Besuch in Deutschland aufgrund eines Auslieferungshaftbefehls der türkischen Justiz in Hamburg in Auslieferungshaft genommen ("rf-news" berichtete am 2.3.2007) und musste aufgrund massiver Proteste wieder frei gelassen. Sie setzte sich besonders für den Kampf um die Befreiung der Frau ein und hat an führender Stelle die kurdische Frauenbewegung mit aufgebaut.

Bei Fidan Dogan handelte es sich um die Vertreterin des Kurdischen Nationalkongresses (KNK) in Paris. Leyla Söylemez ist eine jüngere kurdische Aktivistin.

In Amed (Diyarbakir), der größten kurdischen Stadt in der Türkei, sowie in Paris haben die kurdischen Organisationen dazu aufgerufen, sich heute zu versammeln und der Opfer zu gedenken. Die MLPD hat in einem Kondolenzschreiben die feigen Morde an Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez auf das Schärfste verurteilt und fordert die umfassende Aufklärung der Morde. Die Verantwortlichen hierfür müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Das kurdische Volk führt seit Jahrzehnten einen muti­gen Freiheitskampf, der auch durch Mord und Folter, Niederbrennen von Dörfern und Wäldern, Bombardie­rungen, Einsatz von Giftgas nicht unterdrückt werden konnte.

Die MLPD hat den Angehörigen von Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez, dem kurdischen Volk und all ihren Freundinnen und Freunden, Genossinnen und Genossen ihre tiefe Trauer und Anteilnahme, aber auch Wut und Empörung anlässlich dieser feigen Tat überbracht.