Kultur

Fernsehtipp: Stummfilmdrama nach einem Roman von Emile Zola

München (Korrespondenz), 28.01.13: Morgen, am 29. Januar, strahlt "arte" um 22.55 Uhr den Film "Das Paradies der Damen" aus. Der Film gilt als Meisterwerk des Stummfilms, gedreht im Pariser Luxuskaufhaus Galeries Lafayette. Zola, so die Filmankündigung in der Fernsehzeitschrift, schildere in seinem Roman von 1884 milieugetreu die Lebensverhältnisse der Angestellten und die neuen "Kathedralen des Kommerzes" (gemeint sind Kaufhäuser), die die angestammten Kleinhändler aus den Straßen von Paris verdrängten. Zola ist ein bekannter Vertreter des Naturalismus ("La Bète humaine", "Germinal"). Er gab in der Tat eindrucksvolle Einblicke in die Verhältnisse seiner Zeit; auch die Not, die Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter schilderte er lebendig.

Diese in seinen Augen "wissenschaftliche Wiedergabe der Wirklichkeit" hinderte ihn aber nicht daran, ein politisch reaktionärer Gegner der Pariser Kommune gewesen zu sein. Der fortschrittliche Schriftsteller Henri Barbusse schrieb über ihn: "Obwohl Zola und die Seinen das Volk beklagten und bemitleideten, für die Verzweiflungsausbrüche des Elends Verständnis zeigten, und der kirchlichen Propaganda abhold waren, sind sie als Gegner der Sozialisten und als Freunde der herrschenden Ordnung anzusehen." (Henri Barbusse: "Zola. Der Roman seines Lebens")