International

Türkei setzte Kopfgelder für PKK-Führungskader aus

30.01.13 - "Civaka Azad", Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., berichtet in einer Pressemitteilung über neue Hintergrunddetails zum Mordanschlag an drei kurdischen Politikerinnen und Frauenaktivistinnen 9. Januar in Paris:

"Der türkische Staat hatte bereits im Vorjahr Kopfgelder für die Führungskader der PKK in Höhe von bis zu 4 Millionen TL ausgesetzt. Und nachdem bereits vor etwa einer Woche der stellvertretende AKP-Vorsitzende Mehmet Ali Sahin geäußert hatte, dass sich ähnliche Mordfälle wie in Paris auch in Deutschland ereignen könnten, sind einem Interview des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan vom vergangenen Sonntag mit dem türkischen Fernsehsender 'Kanal 24' ähnliche Aussagen zu entnehmen. Dabei richtete Erdogan seinen Angriffsfokus auf eine konfessionelle Gemeinde. Ohne den Namen genannt zu haben, kann dennoch erschlossen werden, dass dabei die alevitische Gemeinschaft gemeint ist."

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Vor wenigen Tagen vermeldete die Frankreichsektion von Interpol, dass der Tatverdächtige Ömer Güney binnen eines Jahres acht Mal in die türkische Hauptstadt Ankara gereist ist. Auf Nachfrage von türkischen Journalisten, ob Güney seine in Ankara lebenden Verwandten besucht hätte, dementierten sie diese, und erklärten, dass er keinem seiner Familienangehörigen von seinen Ankara-Reisen berichtet hätte. Diese Tatsache lässt den Journalisten Ferda Cetin in seiner gestrigen Kolumne in der Yeni Özgür Politika vermuten, dass die Entlohnung für die Tätigkeit als Spitzel direkt in Ankara, wo der türkische Geheimdienst seinen Hauptsitzt aufweist, verlief." (Mehr dazu unter www.civaka-azad.org)