Politik

Grüne Doppelmoral stößt auf Ablehnung

Oberhausen (Korrespondenz), 07.02.13: Die Grünen treten in ihrem Programm für einen Mindestlohn von 8,50 Euro ein. Jetzt hat die Absicht der Oberhausener Grünen, einen neuen Mitarbeiter für den Bundestagswahlkampf ihrer nordrhein-westfälischen Spitzenkandidatin Bärbel Höhn für vier Euro je Stunde einzustellen, eine breite Welle der Empörung ausgelöst. Per Anzeige suchten sie einen "Praktikanten", der quasi ein Allround-Genie sein muss. In der Anzeige heißt es:

"Wir erwarten selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, strategisches Denkvermögen und die Fähigkeit, Konzepte zu erarbeiten. Wir suchen Studenten mit Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Vorausgesetzt werden sicherer Umgang mit Office-Software, Grafik-Programmen, Online-Kommunikation."

Was hier gesucht wird, ist ein Wahlkampf-Profi für Billiglohn. Bärbel Höhn "twitterte", vier Euro Stundenlohn seien "nicht unsozial und keine Schweinebezahlung". Die Menschen in Oberhausen sehen das anders. In einer Online-Umfrage der "WAZ Oberhausen" äußerten nach einem Tag 1.000 von 1.300 Teilnehmern (77 Prozent): "Das ist eine Unverschämtheit. Die Mindestlohn-Forderung der Grünen ist scheinheilig." Aufgrund der Proteste musste die Anzeige inzwischen aus dem Netz genommen werden.