Opel Berichte

Vor Tarifkommission bei Opel – Rüsselheimer Betriebsrat schließt sich Erpressung an

05.02.13 - Am heutigen Dienstag tagte erneut die IGM-Tarifkommission bei Opel. Die Stimmung war gereizt und das Treffen wurde eigens von Bochum nach Rüsselsheim verlegt. Wollte man den Betriebsratsspitzen die Konfrontation mit der Bochumer Belegschaft ersparen?

Vor wenigen Tagen hatte Opel-Chef Steve Girsky den Belegschaften das Messer auf die Brust gesetzt: Entweder verzichten die Belegschaften weiter auf die tariflich vereinbarte Lohnerhöhung von 4,3 Prozent aus 2012 oder der Bochumer Standort wird bereits 2014 statt wie bisher angekündigt 2016 geschlossen. Völlig zu Recht stößt diese Erpressung unter den Kolleginnen und Kollegen bei Opel auf Empörung.

Statt sich auf Seite der Belegschaft zu stellen, nimmt der Betriebsrat in Rüsselsheim in einer Mitteilung vom 25. Januar am "Standort Rüsselsheim" die Geschäftsleitung noch in Schutz. Die "Zusage der Arbeitgeberseite, genauso wie die Stundung der Tariferhöhungen durch die IG Metall, (stand) immer unter dem Vorbehalt einer abschließenden Einigung in den Verhandlungen. (...) Das bedeutet, dass wir bei einem Scheitern der Verhandlungen auf den jetzt gültigen Zukunftsvertrag zurückfallen und der gilt nur bis 2014."

Damit wird vom Rüsselsheimer Betriebsrat vor der Erpressung der Geschäftsleitung kapituliert und sich diese sogar zu eigen gemacht. Attackiert werden nicht die GM/Opel-Manager, sondern die Kollegen, die sich gegen die Erpressung wehren. Sie werden der "Skandalisierung und Drohgebärden" bezichtigt. Das stellt die Dinge auf den Kopf.

In den Medien wird immer wieder der Eindruck erweckt, die Bochumer Belegschaft stünde allein da und wäre besonders halsstarrig. Das Gegenteil ist der Fall - an allen Standorten haben sich die Belegschaft gegen einen weiteren Verzicht ausgesprochen. "Unser Werk soll als erstes geschlossen werden", heißt es in einer aktuellen Resolution aus der Belegschaft in Bochum, "aber gelingt die Schließung von Bochum, kann sich kein Werk mehr sicher fühlen. Auch der Verzicht auf die Lohnerhöhung trifft alle Werke". Immer mehr reift die Erkenntnis: Der Kampf um jeden Arbeitsplatz kann nicht mit dem Management und seinen Co-Managern, sondern nur auf Kosten ihrer Profite erfolgreich geführt werden.

In der ganzen IG Metall ist eine Diskussion über diese Vorgänge und die Kapitulation verschiedener reformistischer Betriebsräte und IGM-Funktionäre nötig. Statt Gewerkschaftsaustritt ist eine positive, kämpferische Gewerkschaftsarbeit nötiger denn je.

(Hier die ganze Resolution aus Bochum)