Wirtschaft

Bundesweiter Aktionstag der IG Metall bei Siemens

22.02.13 - An vielen Siemens-Standorten in Deutschland fanden am 21. Februar gewerkschaftliche Aktionen unter dem Motto "Ohne Menschen keine Marge - Zukunft nur mit uns!" statt. Unter den Kolleginnen und Kollegen gab es großes Interesse an Aufklärung über die geplanten Maßnahmen des Konzernvorstands mit dem Krisenprogramm "Siemens 2014". Viele Vertrauensleute und Betriebsräte verteilten das Flugblatt der IG Metall. Es gab einzelne Kundgebungen, Betriebsversammlungen und Luftballonaktionen. Auch wenn es noch kein wirklicher konzernweiter Streiktag war, wurde damit ein Anfang gemacht.

Hintergrund des Krisenprogramms ist, dass der Siemens-Konzern mit der anhaltenden und sich vertiefenden Weltwirtschafts- und Finanzkrise im internationalen Konkurrenzkampf zurückgefallen ist. Das internationale Finanzkapital diktiert dem Konzernvorstand, die fallende Rendite von 9 Prozent auf 12,5 Prozent noch oben zu treiben. Alle Bereiche und Standorte, die dieses Ergebnis nicht bringen, stehen zu Disposition.

Das bedeutet für die Kollegen eine massive Steigerung der Ausbeutung, die Vernichtung tausender Arbeitsplätze. Der Vorstand will Zukunftstechnologien für erneuerbare Energien zu Gunsten der Maximalprofite mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken abstoßen.

"6 Milliarden Euro sollen mit dem Programm 'Siemens 2014' in den nächsten zwei Jahren zusätzlich aus Konzernbelegschaft und Zulieferen heraus gepresst werden", schreibt die Extra-Ausgabe der konzernweiten Kollegenzeitung "ElektroPower". "Der IG-Metall-Aktionstag am 21. Februar ist ein erster Schritt. Nutzen wir ihn, um mit wirksamen Aktionen unmissverständlich klar zu machen: Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen!" ("ElektroPower" extra, 20.2.13)

Die Kollegen um die Zeitung "ElektroPower" stellen die Forderung auf: "Siemens 2014 muss vom Tisch!" Sie setzen sich für die Vorbereitung eines konzernweiten internationalen Streik- und Aktionstags ein. Dieser Weg muss in den Belegschaften diskutiert und organisiert werden. Es reicht nicht, bei symbolischen Aktionen und "Visionen" stehen zu bleiben.

Notwendig sind offensive Forderungen wie die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Sie können nur im Kampf durchgesetzt werden. Dagegen richten sich Illusionen in eine bessere "Mitbestimmung" bei Siemens, wie von verschiedener Betriebsräten und dem IG-Metall-Vorstand verbreitet werden.

Die aktuelle Druckausgabe der "Roten Fahne" hat den Schwerpunkt: "Offensiv kämpfen gegen Arbeitsplatzvernichtung! 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!" (sie kann hier bestellt werden).