Betrieb und Gewerkschaft

HAVAG-Kollegen vor Warnstreik

Halle/Saale (Korrespondenz), 21.02.13: Großer Beifall für Stefan Hilbig vom Verdi-Fachbereich Verkehr auf der gestrigen Betriebsversammlung der HAVAG. Er kündigte im Namen der Gewerkschaft Verdi erste Kampfmaßnahmen der Belegschaft zur Durchsetzung der Forderungen in der Tarifrunde an.

Die Kolleginnen und Kollegen wollen eine 38-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich (statt 40 Stunden), 350 Euro (Brutto) mehr Lohn, Herabsetzung der Länge einer Dienstschicht von 14 auf 10 Stunden sowie Regelungen zu Altersteilzeit, Wechselschicht, Wendezeit und Rufbereitschaft durchsetzen.

Der Arbeitgeberverband hat bisher alle Forderungen zurückgewiesen. Überheblich sprachen sie von einem "bunten Strauß", den sie auseinander nehmen wollen, schreibt Verdi in einem Flugblatt. Die Krone setzte sich der neue HAVAG-Vorstand Vinzenz Schwarz persönlich auf. Auf der Betriebsversammlung kam heraus, das er, der sonst immer auf freundlich gegenüber den Kolleginnen und Kollegen tut, in einem Moment der Offenheit (oder Entgleisung), den Beschäftigten "Jammern auf hohem Niveau" vor geworfen hat.

Gestern nun rief Verdi alle 730 Beschäftigten des Halleschen Nahverkehrsbetriebes zu einem 24-stündigen Warnstreik in den nächsten acht Tagen auf. Das findet breite Zustimmung in der Belegschaft.