Betrieb und Gewerkschaft

Tarifkommission Stahl fordert 5 Prozent mehr Lohn

Dortmund (Korrespondenz), 20.02.13: Gestern hat die Tarifkommission Stahl die Forderungen für die diesjährige Tarifrunde beschlossen: 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Außerdem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit und "Beschäftigungssicherung" verbessert und fortgeschrieben werden.

Für die Auszubildenden sollen die vermögenswirksamen Leistungen erhöht werden, allerdings nur zur Verwendung für die private Rentenvorsorge. Der Beschluss wurde mit zwei Gegenstimmen gefasst.

Aus den Betrieben lagen Forderungen in einer Bandbreite von 3,5 bis 8,5 Prozent vor. Die Forderung von 5 Prozent wurde von der Verhandlungskommission mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Stahlindustrie "in den letzten sechs Wochen" und einer zu erwartenden "roten Null" begründet.

Auffallend in den Begründungen der Verhandlungskommission war, dass weder die wirtschaftliche Lage der Stahlarbeiter und ihrer Familien noch die steigende Arbeitshetze eine Rolle spielten.

Erste Reaktionen in den Betrieben zeigen auf der einen Seite ein gewisses "Verständnis" für Zurückhaltung aus Angst vor dem Arbeitsplatz. Viel Beifall erhielt aber auch der Beitrag eines Mitglieds der Tarifkommission, dass es für die Stahlarbeiter keinen Grund für Verzicht gebe, denn sie sind nicht für die Krise verantwortlich und haben eine Verantwortung gegenüber ihren Familien. Er rief auf zum gemeinsamen Kampf für höhere Löhne und Gehälter und für die Verteidigung der Arbeitsplätze über Branchengrenzen hinweg!