Opel Berichte

Opel: Für den Kniefall vor dem GM-Management gab es kein Mandat! Jetzt erst recht: Kampf um jeden Arbeitsplatz!

28.02.13 - Wenn es stimmt, was Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky und die IG-Metall-Führung über einen nun angeblich abgeschlossenen "Master-Vertrag" zu Opel in Bochum verbreiten, bedeutet dies einen unglaublichen Kniefall vor der Erpressung des GM/Opel-Vorstands. Dementsprechend jubelt Girsky in einem Brief an die "lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter": "... heute ist ein guter Tag für Opel". Laut dieser Mitteilung und einem Statement der Führung der IGM-Verhandlungskommission beinhaltet dieser Vertrag nach einer ersten Einschätzung:

  • Das Werk von Opel Bochum soll bis 2016 stillgelegt werden, bis zu 3.000 Beschäftigte würden über eine "Transfergesellschaft" in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden.
  • Den Beschäftigten wird bis dahin ein "Tod auf Raten" verordnet - schon zum 1. April sollen 700 Kolleginnen und Kollegen das Werk verlassen, weil die Nachtschicht gestrichen wird.
  • Offener Lohnraub - sowohl geltende als auch zukünftige Tariferhöhungen werden bis zur jeweils nächsten abgeschlossenen Tarifvereinbarung verschoben.
  • Über "entscheidende Details" soll laut IGM-Chef Berthold Huber erst noch ab Montag weiter verhandelt werden.

Wenn dies stimmt, wurden mit dieser Vereinbarung die Bochumer Belegschaft und der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel ebenso wie alle anderen Opel-Belegschaften eiskalt ausgebootet. Nachdem heute morgen schon eine Stellungnahme des Gesamtbetriebsrats-Vorsitzenden Wolfgang Schäfer-Klug dazu verbreitet wurde, machte kurz darauf ein Dementi von Rainer Einenkel die Runde, der sich zu diesem Zeitpunkt mit den anderen Mitgliedern der Verhandlungskommission in Rüsselsheim aufhielt.

Er bestritt gegenüber "welt-online" vehement, dass bereits eine Einigung erzielt sei. Es habe noch überhaupt keine Möglichkeit gegeben, sich zu beraten geschweige denn sich mit dem Management "abzustimmen": "Inzwischen liegt uns eine sogenannte Master-Vereinbarung vor, die ich kurz anlesen konnte. Aber weder ich noch die anderen Mitglieder unserer Kommission können in dieser kurzen Zeit den Inhalt bewerten oder gar eine gemeinsame Linie finden."

Die Position der Bochumer Belegschaft macht eine Resolution deutlich, die am 2. Februar auf der Infoveranstaltung des Betriebsrates verabschiedet wurde. Darin heißt es: "Der Erpressungsversuch von Steve Girsky ist eine Kampfansage an die ganze Opel-Belegschaft. Unser Werk soll als erstes geschlossen werden, aber gelingt die Schließung von Bochum, kann sich kein Werk mehr sicher fühlen. ... Es würde unsere gewerkschaftlichen Grundsätze mit Füßen treten, wenn IG-Metall-Vorstand und Gesamtbetriebsrat einknicken und die Bochumer Werksschließung und den Bruch des Tarifvertrags tatsächlich hinnehmen würden. Das kann kein Gewerkschafter akzeptieren! Durch die tausendfache Solidarität von allen Seiten fühlen wir uns darin bestätigt. Das macht stark." (Hier die gesamte Resolution)

Der jetzt verabredeten Vereinbarung der Klassenzusammenarbeit muss eine entschiedene Abfuhr erteilt werden. Jetzt erst recht - Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Solidaritätsfest am Sonntag, den 3. März, in Bochum. Es beginnt ab 11 Uhr auf dem Bochumer Rathausplatz und Boulevard.

In einer Extra-Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, "Der Blitz", von Dienstag heißt es dazu: "Machen wir das Solidaritätsfest am 3. März zu einem Schritt, die Solidarität zu spüren und Spaltung in einzelne Standorte auch im persönlichen Gespräch zu klären und feste Verbindungen zu organisieren. Einen konzernweiten Streik kann dieses Fest natürlich nicht ersetzen, daran müssen wir selber weiter arbeiten." (Vollständiger Text der Extra-Ausgabe)

Gegebenenfalls wird "rf-news" morgen Vormittag weiter dazu berichten.