Opel Berichte

Betriebsversammlung eröffnet Solidaritätswoche für Opelaner: Am 3. März auf nach Bochum!

25.02.13 - Am 3. März 2013 wird in Bochum ein großes Solidaritätsfest stattfinden. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, der Belegschaft von Opel in Bochum den Rücken zu stärken in ihrem Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz, nachdem General Motors- und Opel-Vorstand die Werksschließung verkündet haben.

Ganz offensichtlich wollen GM und Opel ihre Pläne jetzt ultimativ und rigoros durchsetzen. Weitere verschärfende Angriffe wurden in die Verhandlungskommission eingebracht: Absetzen der Nachtschicht bis Ende 2013 - dadurch würden 700-1000 Arbeitsplätze vernichtet, Vernichtung und Verlagerung von Arbeitsplätzen in Rüsselsheim in der Verwaltung, im Prototypenbau und in der Produktion. Dies würde eine Vernichtung von weiteren 1.000 Arbeitsplätzen bis 2016 bedeuten.

Die Verhandlungsgespräche sind offen gescheitert. Der Betriebsrat von Opel Bochum einschließlich seinem Vorsitzenden Rainer Einenkel lehnt einstimmig und klar jeden Erpressungsversuch und jeden weiteren Verzicht ab. In der Verhandlungskommission ist seitens der Bochumer IG Metall überhaupt niemand vertreten! Was dort als angebliches Verhandlungsangebot der Opelaner vorgebracht wird, tägt unübersehbar die Handschrift von IGM-Chef Berthold Huber.

In der IG Metall entfaltet sich eine bedeutende Kritik an der Haltung der IGM-Spitze, die die weitere Fahrzeugproduktion in Bochum zugunsten einiger vager Versprechungen für Ersatzarbeitsplätze aufzugeben bereit sind. Dieser notwendige Klärungsprozess ist umso bedeutender angesichts der Tatsache, dass immer mehr Belegschaften vor ähnlichen Situationen stehen.

Am Samstag meldete BILD auf einer ganzen Seite, welche "Größen" am 3. März nicht nach Bochum kommen wollen: "Unklar, ob Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (51) kommt. Abgesagt hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck (48). Er ist im Urlaub. Auch Gelsenkirchens OB Frank Baranowski (50, auf Dienstreise) und Regierungspräsident Gerd Bollermann (63, andere Termine) müssen passen.“

Auf diese "Größen", die die Schließung längst akzeptiert haben, können die Opelaner verzichten! Es gibt aber eine Menge - auch prominenter (!) - Menschen, Künstlerinnen und Künstler, Kirchenleute, Stadtverordnete, Belegschaften, Jugendvertreter, Frauen, Familien, die ihr Kommen am 3. März angesagt haben. Und eben nicht nur ihr Kommen: sie kommen, um aktive Solidarität und Rückenstärkung für die Opelaner zu demonstrieren, die in einem Kampf stehen, der für die internationale Arbeiterklasse eine sehr große Bedeutung hat.

"rf-news" sprach heute mit Annegret Gärtner-Leymann, Betriebsrätin der Liste "Offensiv" bei Opel in Bochum während der Pause der Betriebsversammlung.

"rf-news: Worum geht es bei der Betriebsversammlung bei Opel-Bochum heute?
Annegret Gärtner-Leymann: Die Betriebsversammlung hat gut begonnen. Es sind etliche andere Belegschaften vertreten und haben ihre Solidarität überbracht, Bergleute von Auguste-Victoria, Kollegen von Nirosta sind mit 20 Kollegen da, drei von ihnen haben gesprochen. Auch Verteter vom Chemiepark in Marl und Johnson-Controls. Es war super, dass sie gesprochen haben. Sie haben ihre Solidarität überbracht und von ihrer eigenen Situation berichtet. Auch bei ihnen werden Arbeitsplätze vernichtet. Vom Psychoterror berichteten sie und dass es ein gemeinsamer Kampf ist um unsere Arbeitsplätze. Das war wirklich gut. Überraschend hat kurz vor der Pause bei der Betriebsversammlung der Personalvorstand von Opel Gesamtdeutschland gesprochen. Seine Rede enthielt die bekannten Aussagen, dass keine Autos verkauft werden, die Lage so schlimm ist. Sieben oder acht Kollegen an Saalmikrofonen haben gut Contra gegeben. Besonders, dass Opel die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent nicht zahlt. Sie sollen uns nicht erzählen, dass wir Verluste machen. Es gab viel Applaus für kämpferische Beiträge und auch den Vorschlag, einen Aktionstag mit anderen Belegschaften auf die Beine zu stellen. Vielleicht gibt es von der Versammlung auch noch die Entscheidung ans Tor zu gehen.

rf-news: In der Bild-Zeitung hieß es am Freitag "Warum kämpft nicht das ganze Revier? Für die große Solidaritätsfeier gibt es nur wenige Zusagen."
Annegret Gärtner-Leymann: Möglicherweise hängt das damit zusammen, was Betriebsräte von Journalisten erfahren haben. Die Presseabteilung von Opel hat offensichtlich Zeitungen gesagt, sie sollten nicht so 'arbeitnehmerfreundlich' berichten. Einige Journalisten haben dem entgegnet: Wir lassen uns nicht vorschreiben, was wir zu schreiben haben. Der Bericht der Bild-Zeitung entspricht überhaupt nicht der Realität. Die Solidarität mit den Opelanern – das sind nicht nur Funktionäre. Es ist eine reale Stimmung in den Belegschaften, dass wir gegen die Arbeitsplatzvernichtung zu kämpfen haben. Die Stimmungsmache des Artikels wurde sehr deutlich widerlegt. Gerade wenn man weiß, dass heute nur ein kleiner Kreis von Belegschaften eingeladen war, die solidarisch sind. Es sind ja noch viel mehr! Das Frauenkomitee Basta war noch nicht zur Betriebsversammlung eingeladen. Um so bedeutender ist, dass die Solidarität für den Sonntag organisiert wird, und der Gedanke eines ruhrgebietsweiten und branchenübergreifenden Kampfs weitere Mitstreiter findet. Wendet euch zur Organisierung der Anfahrt an die IGM-Verwaltungsstellen und die IGM- Vertrauenskörper, da sie vielfach auch Busse organisieren."

Der 3. März 2013 in Bochum muss zu einer unüberseh- und unüberhörbaren Manifestation der Solidarität mit den Opelanern und der Arbeitereinheit im Ruhrgebiet mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung werden.
Ab 11 Uhr rund um den Bochumer Rathausplatz und auf dem Boulevard.

  • Kommt am 3. März nach Bochum!
  • Bildet Fahrgemeinschaften und fordert IGM-Busse!
  • Ergreift die Initiative für eigene Programmbeiträge!
  • Mobilisiert im Betrieb, in der Nachbarschaft, im Wohngebiet, in der Schule!
  • Vorwärts mit der Arbeitereinheit!