Betrieb und Gewerkschaft

Wichtige Schritte zum gemeinsamen Kampf der Belegschaften von Opel, PSA, JCA, TKS, und anderen

27.02.13 - Heute ist die neue Extra-Ausgabe der gemeinsame Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, "Der Blitz" erschienen. Wir dokumentieren Auszüge:

"11 Stunden lebendige und kämpferische Beiträge auf der Bochumer Belegschaftsversammlung am Montag. Viele Redebeiträge der Kollegen und Vertreter aus anderen Betrieben:

  • Einhellig wurde die sofortige Auszahlung der 4,3 % gefordert.
  • Ein Kollege antwortete zur Behauptung von Kimmes, GM/Opel wolle das Werk nicht schließen, sondern umwandeln: "In was? In ein Industriemuseum?"
  • Betriebsrat Gabriel hielt eine Pusteflasche in der Hand und blies: "Das sind die Ersatzarbeitsplätze in der Komponentenfertigung - seht ihr, wie schnell die Seifenblasen platzen?"
  • Das Frauenkomitee „Basta" berichtete von der Streikkasse in 2004 und sagte den Kollegen jegliche Unterstützung zu.
  • Die JAV griff die Einstellung der Berufsausbildung in Bochum an und das keine Azubis mehr übernommen werden. Eine ganze Gruppe Jungfacharbeiter protestierte gegen ihre Nichtübernahme. ...
  • Delegationen aus anderen Betrieben wie Johnson-Controls (Bochum), von Outokumpu (vorher TKN-Bochum), von der Zeche Auguste-Victoria, etc. berichteten von der drohenden Vernichtung von zigtausenden Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet. "Bei uns führt die gesteigerte Arbeitshetze immer mehr zu psychischen Erkrankungen", so der Vertreter von Evonik-Marl, die 400 Unterschriften unter die Solidaritätserklärung abgaben.

Es wächst die Kampfeinheit der verschiedensten, von Erpressung und Arbeitsplatzvernichtung betroffenen Belegschaften heran. Deshalb gibt es überhaupt keinen Grund, immer noch zu resignieren, in der Art wie: "Es ist eh alles gelaufen, sollen sie die Bude doch zu machen."

Mit der Ankündigung, dass in Rüsselsheim der Prototypenbau mit ca. 1.000 betroffenen Arbeitsplätzen geschlossen werden soll, wird deutlich, dass es nicht nur um Bochum, sondern um den konzernweiten Kampf geht. Es ist genau die richtige Zeit, den unbefristeten Streik aufzunehmen, wie ihn auch die Peugeot-Kollegen in Aulnay/Frankreich seit 7 Wochen führen.

Die Hetze, sie wären „Terroristen" wiesen sie zurück: die Kapitalisten von GM/PSA terrorisieren die Belegschaft und die Zukunft! Sie streiken ohne Streikgeld und haben durch internationale Solidarität schon 206.000 Euro mobilisiert! Das beweist, dass die berechtigte Sorge "ich brauche das Geld" kein Grund gegen einen harten Streik ist. Das Vertrauen in die Solidarität der Bevölkerung und anderer Belegschaften ist kein Hirngespinst der "Roten" und MLPD, sondern die Realität, weil viele Menschen sich freuen werden, wenn die Arbeiter in die Offensive gehen.

Machen wir das Solidaritätsfest am 3. März zu einem Schritt, die Solidarität zu spüren und Spaltung in einzelne Standorte auch im persönlichen Gespräch zu klären und feste Verbindungen zu organisieren.

Einen konzernweiten Streik kann dieses Fest natürlich nicht ersetzen, daran müssen wir selber weiter arbeiten."

"Der Blitz" vom 27. Februar 2013 im pdf-Format zum Download