Opel Berichte

"Wir überlegen jetzt natürlich, ob und wie wir den Druck erhöhen"

01.03.13 - "Das Gerücht von einer Klausel in dem Vertragswerk, wonach betriebsbedingte Kündigungen bei Opel in Bochum ausgeschlossen wären, ist Schall und Rauch. Wer einen 'zumutbaren' Ersatzarbeitsplatz nicht annimmt, wird entlassen. Von Nokia wissen wir, was die unter 'zumutbar' verstehen. Die ganzen Versprechungen über Ersatzarbeitsplätze sind ohne jegliche Substanz. Mindestens 2.600 Arbeitsplätze würden in Bochum vernichtet, ganz zu schweigen von den ganzen Zulieferern, dem Einzelhandel etc.

Rainer Einenkel, Bochumer Betriebsratsvorsitzender, der das Machwerk nicht unterschrieben hat, hat großen Rückhalt im Betriebsrat und in der Belegschaft. Es werden jetzt üble Hetze und Spaltungsversuche verbreitet, wonach "die Bochumer" schuld seien, wenn man nachher gar nichts bekäme, keine Abfindungen, keine Standortsicherung bei den anderen Werken, keine Ersatzarbeitsplätze. Diese Spaltung weisen wir zurück. Tatsächlich sind die geplanten Anrgiffe auf die anderen deutschen Opel-Werke noch gar nicht richtig bekannt. Zum Beispiel sollen in Kaiserslautern auch mindestens 500 Arbeitsplätze vernichtet werden, alle sollen Lohnverzicht üben und anderes mehr. Wir tun gut daran, uns als Gesamtbelegschaft zu verstehen und zu handeln.

Die Pläne von Girsky sind ja jetzt schon lang bekannt und wenn das das Verhandlungsergebnis sein soll, dann überlegen wir jetzt natürlich, wie wir vonseiten der Belegschaft den Druck erhöhen. Ob wir wieder raus auf die Wiese gehen, wie lange wir einen Streik durchhalten und viele andere Fragen werden diskutiert. Kollegen sagen, wir müssen uns ein Beispiel an den Kollegen von PSA Aulnay nehmen. Natürlich gibt es auch Stimmen, die sagen, es hat keinen Zweck. Aber die Opel-Belegschaft, das wird in der ganzen Auseinandersetzung deutlich, will nicht den Nokia-Weg gehen. Klar ist auch, dass die Kollegen ihr Geld wollen."