Umwelt

Sondermüllverarbeitung in Mittelhessen gestoppt

Sondermüllverarbeitung in Mittelhessen gestoppt

Frankfurt (Korrespondenz, gekürzt), 06.03.13: Nach jahrelangen Protesten erzwingen Bewohner aus Tiefenbach in Mittelhessen die Einstellung der  Lagerung und Weiterverarbeitung von krebserregenden Mineralfasern (KMF) durch die Firma Wollrec. 19 Beschäftigten haben jährlich 20.000 Tonnen Sondermüll zerkleinert und als Beimischung für die Ziegelindustrie verarbeitet. Darunter waren auch 180 Tonnen Abfälle von künstlichen Mineralfasern aus den Atomreaktoren Stade und Biblis. Das Verfahren wurde patentiert und das Unternehmen wurde mit dem hessischen Gründerpreis ausgezeichnet.

Kontrollen durch das hessische Landeslabor hatten keine Belastung für die Umwelt zutage gefördert. Gutachter war der Mitentwickler des Verfahrens, Professor Stefan Gäth, Professor für Abfall- und Ressourcenmanagement an der Uni Gießen. Der TÜV Süd, das Regierungspräsidium Gießen und das hessische Umweltamt schützten das Unternehmen jahrelang gegen die Proteste der Anwohner. Aber diese ließen nicht locker und setzten beharrlich auf Widerstand.

Der Vertrag zum Produktionsstop sieht vor, dass das Gelände bis zum Jahresende geräumt wird. Offen ist allerdings, ob das Unternehmen zwischenzeitlich in Insolvenz geht und wer dann die Sanierung zahlt. Gleichzeitig ließ das Unternehmen wissen, dass es die Produktion an einem anderen Standort in Deutschland fortsetzen will. Im Gespräch sind 5 neue Standorte. Die Tiefenbacher haben erklärten, auch dort stünden schon Anwohner in Stellung nach dem Prinzip vom Hase und Igel: "Ich bin auch schon da".