Betrieb und Gewerkschaft

38-Stunden-Woche im Nahverkehr Sachsen-Anhalt durchgesetzt

Magdeburg (Korrespondenz), 16.03.13: Bereits am 26. Februar stand der Nahverkehr komplett still in Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau und verschiedenen Städten im Burgenlandkreis. Den Fahrern war es ernst. Und es ging auch um einiges: Festgeld von 350 Euro pro Beschäftigten und Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich wurden gefordert.

Bei der Magdeburger MVB werden pro Tag 375 Fahrer im Einsatz gebraucht. Am 1. März waren aber 62 Fahrer krank. Der Fahrplan musste für zwei Linien geändert werden. Laut Betriebsrat Dietmar Jordan liegt das an der starken Erhöhung der Arbeitsbelastung und Ausdünnung der Personaldecke. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei 49 Jahren. Die Übernahme der Auszubildenden ist aber dennoch nicht gesichert. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper/SPD äußerte sich dennoch in der Magdeburger "Volksstimme", die Forderungen wären "absolut realitätsfremd und in dieser Dimension bisher einmalig". Immer, wenn es konkret wird, ist eben Schluss mit dem angeblich "sozialen Herz" der SPD.

Es gibt seit dem 6. März eine Tarifeinigung, dem die Verkehrsbetriebe am 21. März noch endgültig zustimmen müssen. Diese Einigung bedeutet: 100 Euro mehr ab April, plus 100 Euro nach einem Jahr, 38-Stunde-Wwoche, mit Abstrichen in der Bezahlung in einem Stufenplan, ab 2015 komplett bezahlt. Die Arbeitszeit soll pro Woche nur noch an fünf Tagen stattfinden. Berufseinsteiger erhalten mehr Geld, verschiedene Zuschläge werden erhöht. Und vor allem: es wurde schon lange nicht mehr um Arbeitszeitverkürzung gekämpft, und das hier ist ein deutlicher Erfolg!