International

Griechenland: Krebskranke müssen monatlich bis 3.000 Euro für Medikamente aufbringen

11.03.13 (Korrespondenz): In Griechenland müssen als Folge des Diktats der Troika immer mehr Krebspatienten ihre Therapie aus eigener Tasche bezahlen oder abbrechen. Teilweise sind bis zu 3.000 Euro aufzubringen, um sich die erforderlichen Medikamente zu beschaffen. Oder sie sind gezwungen, nach Bulgarien, Rumänien oder Istanbul zu fahren, um billige Kopien zweifelhafter Qualität zu kaufen. Viele versuchen, sich Platin zu beschaffen, welches das billigste chemotherapeutische Medikament ist. In den Regalen der Krankenhäuser fehlen inzwischen die erforderlichen Präparate, das Personal wurde entlassen und Geräte werden eins nach dem anderen außer Betrieb gesetzt oder sie sind defekt und werden nicht repariert.

Das berichtet die "Liga der krebskranken Griechenlands". Auch bei der Bestrahlungstherapie ist ein katastrophaler Zustand. Wegen defekter Geräte und Personalmangel müssen viele Patienten 3 bis 4 Monate warten, bis sie bestrahlt werden können. Viele Griechen haben kleine Geschäfte betrieben, die sie inzwischen schließen mussten. Sie können keine Versicherungsbeiträge mehr bezahlen und gelten als nicht versichert. Wenn diese Menschen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, benötigen sie allein für ihre Krankenpflege 1.000 bis 2.000 Euro. Die Lebenssituation für eine wachsende Masse der griechischen Werktätigen wird von Tag zu Tag immer zugespitzter, Wut und Widerstand gegen die Regierung und das Diktat der Troika nehmen zu.