Umwelt

Gefährlicher Störfall in Fukushima: Atomkraft ist nicht beherrschbar

19.03.13 - Seit Montag sind in der Atomruine von Fukushima insgesamt neun Kühlsysteme infolge eines Stromausfalls ausgefallen. Gefährdet sind vor allem die Abklingbecken für atomare Brennstäbe in den bei der Katastrophe am 11.3.2011 zerstörten Atomreaktoren 1, 3 und 4. Insgesamt sind über 10.000 Brennstäbe dort gelagert, davon rund 1.500 im Abklingbecken des Reaktors 4. Es liegt großteils unter freiem Himmel, denn Reaktor 4 war zwar bei der Atomkatastrophe 2011 heruntergefahren, jedoch wurde durch Explosionen das Dach zerstört.

Die Brennstäbe enthalten mindestens 6,5 Tonnen Plutonium – ein höchstgiftiger, tödlicher und atomwaffentauglicher radioaktiver Stoff. Die Brennstäbe müssen ständig gekühlt werden, um eine atomare Kettenreaktion zu vermeiden. Das Kühlwasser darf sich höchstens auf 65 Grad Celsius erwärmen. Am Dienstag um 10 Uhr vormittags (Ortszeit) habe nach offiziellen Angaben die Temperatur im Becken des Reaktors 4 bei etwa 30,5 Grad gelegen.

Als Ursache für den Stromausfall wird ein Problem an einer Schaltanlage vermutet. Während der Betreiberkonzern Tepco an der Wiederinstandsetzung der Kühlsysteme arbeitet, beschwichtigt er die Öffentlichkeit mit Hilfe der japanischen Regierung in unverantwortlicher Weise: für den Reaktor 4 hätten sie vier Tage Zeit, insgesamt ca. zwei Wochen, bis kritische Werte erreicht würden. Tepco hat bereits von Beginn an die Weltöffentlichkeit über das wahre Ausmaß der Atomkatastrophe systematisch belogen.

Die Krebsgefahr, insbesondere für Schilddrüsenkrebs bei Kindern, wird systematisch heruntergespielt. Sie und auch die japanische Regierung haben vor dem Hintergrund des begonnenen Wiederanfahrens der AKW kein Interesse, die Tatsachen vor der Weltbevölkerung aufzudecken. Zum zweiten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima haben jedoch weltweit wieder hunderttausende Menschen gegen die verbrecherische Atompolitik protestiert und auch in Japan selbst gehen die Menschen gegen die AKW auf die Straße. In Deutschland stand bei den Protesten vor allem die Bundesregierung im Feuer, die damit zur Rücknahme ihrer bereits beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung gezwungen war.

Im Zuge ihres "Rollbacks" in der Umweltpolitik wird der Technologie-Export und der Bau von AKW im Ausland im Interesse der Monopole wieder offener als "Standortfaktor" im internationalen Konkurrenzkampf propagiert, gefördert und unterstützt. Das muss entschieden bekämpft werden!

Fukushima und Tschernobyl beweisen: die Atomenergie ist nicht beherrschbar. Internationaler aktiver Widerstand zur sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke! Dafür sammelte die MLPD im letzten Jahr im Rahmen einer weltweiten Kampagne der Weltorganisationen ICOR und ILPS über 35.000 Unterschriften in Deutschland. Sie unterstützt und fördert eine bundesweit entstandene Bewegung zum Aufbau einer Umweltgewerkschaft.

Die MLPD wird zur kommenden Bundestagswahl als radikal linke, revolutionäre Kraft und sozialistische Alternative zur Bundestagswahl antreten. Der konsequente Schutz der Umwelt vor der kapitalistischen Profitwirtschaft wird ein Markenzeichen dabei sein. Unterstützt dafür die Wahlzulassung der MLPD/Offenen Liste!