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Kritik am "rf-news"-Artikel über Papst Franziskus vom 14. März

19.03.13 - An dem Artikel vom 14. März zur Wahl des neuen Papstes aus Argentinien gibt es berechtigte Kritik. Er stützte sich einseitig auf Berichte und Informationen aus bürgerlichen Medien in Deutschland. Aufgrund von Gesprächen mit Genossen der marxistisch-leninistischen PCR Argentiniens, die ihn und sein Wirken vor Ort besser kennen, ergibt sich ein teilweise anderes Bild.

Berechtigt ist die Kritik an seinen rückschrittlichen weltanschaulichen Standpunkten zu Schwangerschaftsabbruch, Empfängnisverhütung, Homosexualität usw., die auch dem reaktionären Charakter der Kirchenführung entsprechen. Der bisherige Kardinal Jorge Bergoglio hat sich jedoch durch sein soziales Engagement, sein bescheidenes Auftreten und seinen Einsatz für die Armen auch in der argentinischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung Ansehen erworben - bis hinein in marxistisch-leninistische Kreise. Er unterstützte Arbeiterkämpfe wie den Streik der Terrabusi-Belegschaft, über den auch "rf-news" berichtete, und gab der Zeitung "Hoy" der PCR schon mehrfach Interviews - scheut also auch nicht die Zusammenarbeit mit revolutionären Kräften.

Die Genossen der PCR weisen darauf hin, dass die Vorwürfe über seine angebliche Zusammenarbeit mit der früheren argentinischen Militärdiktatur aus dem revisionistischen Lager kommen. Er würdigte die PCR als konsequenteste Kraft im Kampf gegen die Militärdiktatur und hat sich nach ihrer Kenntnis während dieser Zeit nicht falsch verhalten. Bergoglio selbst hat diese Vorwürfe ebenfalls stets bestritten.

"rf-news" und "Rote Fahne" werden an dem Thema dran bleiben und gestützt auf die Informationen der argentinischen Revolutionäre weiter dazu recherchieren sowie informieren. Für die vorschnellen Einschätzungen in dem mittlerweile zurückgezogenen Artikel bitten wir um Entschuldigung.