Politik

Was ist von der aktuellen Umfrage der IG Metall in den Betrieben zu halten?

22.03.13 - Aktuell wird in den Betrieben des Organisationsbereiches der IG Metall eine umfangreiche Umfrage unter den 2,3 Millionen Mitgliedern sowie nochmals so vielen unorganisierten Kollegen durchgeführt. In der Pressemitteilung vom 22. Februar heißt es: "Rente mit 67, Leiharbeit, Minijobs oder Betreuungsgeld - vieles was die Politiker in Berlin auf den Weg bringen, geht an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Die IG Metall will wissen, was den Menschen auf den Nägeln brennt - und zwar vor der Bundestagswahl. Dann kann sie konkrete Forderungen an die Politik stellen."

Viele Kollegen begrüßen die Umfrage, weil sich die Arbeit in den letzten Jahren erheblich verdichtet hat, die Flexibilisierung der Arbeitszeit zu Lasten von Gesundheit und Familie geht und anderes mehr. Weil der Unternehmerverband um die Brisanz weiß, hat z.B. Südwest-Metall seine Mitgliedsfirmen ausgerichtet, die Durchführung der Umfrage nur in den Pause durch Vertrauensleute zuzulassen.

Der Fragebogen selbst muss kritisch gesehen werden. Neben richtigen Fragen wird durch die Fragestellung auch die Politik der Unterordnung unter die Monopolpolitik verbreitet. So wenn es heißt: "Wenn zeitliche Flexibilität von Ihnen gefordert wird: Wie wichtig sind Ihnen dann folgende Gegenleistungen?" Genau das aber ist der Kurs des "Pforzheimer Abkommens", nach dem fast alle Tarifrechte durch zu nichts verpflichtende "Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung" unterlaufen werden können. Oder wenn neben der Forderung nach Rücknahme der Rente mit 67, auch die Gegenposition des "flexiblen Ausstieges vom Erwerbsleben in die Rente" oder "altersgerechter" Arbeitsbedingungen angekreuzt werden kann.

Bestimmte Fragestellungen lassen befürchten, dass damit insbesondere der SPD Bälle zugespielt werden sollen. Doch die meisten Kollegen haben nicht vergessen, wer Hartz IV, die Rente mit 67 beschlossen oder grünes Licht für Banken und Spekulanten gegeben hat.